Kategorie: ‘Heil- und Küchenkräuter’
Kapuzinerkresse, botanischer Name Tropaeolum majus, gehört zu den Kapuzinerkressegewächsen. Die ursprüngliche Heimat ist Südamerika, genauer in den peruanischen Anden. Dort wurde sie in der Volksmedizin bei Wundinfektionen eingesetzt. In der Zwischenzeit ist es eine bei uns heimisch gewordene, beliebte Garten- und Balkonpflanze. Als letztere ist sie ein lebendiger Sichtschutz und schön anzuschauende Wandbegrünung, sowie Nahrungsmittel zugleich. Bis zu fünf Meter Höhe schafft sie, wenn man ihr die entsprechende Gelegenheit ermöglicht. Sie ist eine gelb, oder orange bis rot blühende schönrankende Pflanze. Dekorativ sind aber nicht nur die Blüten sondern vor allem auch die sattgrünen fast runden Blätter mit ausgeprägter Netzmaserung. Die Art wie diese Blätter am Stiel sich zeigen erinnert an einen Teller-Artist im Zirkus. Blütezeit ist von Mai/Juni bis in den November. Allerdings bei den ersten Frösten fallen die empfindlichen Blätter und Blüten ab. Die Blüte ist so gebaut, dass den besuchenden Insekten nur der Weg über die acht Staubbeutel offen steht, welche sich nacheinander nach oben biegen.
Übrigens: Auch die Blüten sind eßbar, nicht nur die Blätter!
Nicht nur in der arme Küche seinerzeit verwendet, sondern heute neu entdeckt hat sie die gehobene Gastronomie und verwendet die zarten Blüten als Delikatesszugabe. Im Volksmund als Salatblume bezeichnete wurde sie auch entsprechend verwendet. Allerdings ist wegen der möglichen Reizerscheinungen im Magen eine maßvolle Dosierung anzuraten. Die Inhaltsstoffe sind aus in den Blättern das reichlich vorhandene Vitamin C, das Schleimhaut reizende Benzylisothiocyanat = Benzylsenföl. Nach enzymatischer Spaltung aus dem Glukotropaeolin gewonnen. Dieses wird auch synthetisch hergestellt für Arzneimittel. Das in den charakteristischen Schildblättchen enthalten Senfölglykosid sowie ein antibiotisch wirksames Prinzip und gibt einen wohlschmeckenden Salat. Die Blätter werden zerhackt, mit Essig und Öl zubereitet oder einem Mischsalat beigefügt.
Medizinische Wirkung der Kapuzinerkresse ist belegt.
Bereits wissenschaftlich entdeckt wurden hochwirksame antibiotische Stoffe in den Blättern im Jahre 1950. Verantwortlich ist das Benzyl – Senföl. Es besitzt antibiotische, das heißt antibakterielle und pilzwidrige Eigenschaften. Dazu kommt ferner eine unspezifische Reizkörperwirkung, welche die Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers anzuregen vermag. Ähnliche Wirkungen hat auch der Meerrettich. Eine gute Wirkung besteht im Nieren-Blasenbereich und in den Atemwegen. Hier zu nennen bei eitriger Nierenbeckenentzündung (medizinisch Pyelonephritis). Dann im Nieren-Blasen- und Atem-Bereich. Bei Soor eine besonders wirksame Pflanze. Ebenfalls wirksam bei Husten und eitrigen Entzündungen der oberen Luftwege. Besonders zu erwähnen sind die therapeutischen Erfolge im Einsatz bei innerlichen Pilzerkrankungen, beispielsweise der Atemwege mit Candida – Pilzen. Für medizinische Zwecke ist es sinnvoll es als magensaftresistent hergestelltes Fertigarzneimittel zu nehmen.
Wie üblicherweise bei normalen Antibiotika Behandlungen kommt es bei medizinischer Anwendung der Kapuzinerkresse nicht zur Zerstörung der bakteriellen Darmflora des unteren Darmbereiches, und schon deshalb zu empfehlen als möglicher Ersatz für Antibiotika, vor allem bei Kindern ab 6 Jahren.
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Potentilla anserina L. (L. nach dem schwedischen Arzt und Botaniker Carl von Linné) lautet der wissenschaftliche Name des zu den Rosengewächsen gehörende Gänsefingerkraut. Potentilla ist die Bezeichnung für allgemein der Fingerkräuter und Anserina bezeichnet die Gans. Es ist nahezu in allen nördlichen Breiten der Erdkugel anzutreffen. Man könnte sie beim ersten Anblick mit einer wilden Erdbeerpflanze verwechseln. Doch die von Mai bis Agust zu sehenden gelben fünfblättrigen kleinen Blütenblättchen schließen es dennoch aus. Die Blüten schließen sich bei Regen oder kühlem Wetter und sind auch Nachts geschlossen. Die gefiederten oberseitig grünen, unterseitig silbrig-weiß behaarten Blätter des Gänsefingerkrautes breiten sich am Boden teppichartig aus. Wiesen und Wegränder sind bevorzugte Standorte wenn denn der Boden feucht und stickstoffreich. ist.
Verwendung finden vornehmlich die Blätter in der Blütezeit. Besonders zu erwähnende Inhaltsstoffe sind vor allem: reich Vitamin C, reichlich Gerb- und Bitterstoffe, Cholin, Tormentol, Tannine, dann Flavonoide (Quercitrin), Beta-Sitosterin, Kalzium, Phenolcarbonsäure, Schleimstoffe, Cumarine, Amine . Cumarin steht im Verdacht Kopfschmerzen zu erzeugen. Pflanzen in denen ebenfalls Cumarine sind unter anderem das gelbe Labkraut, Waldmeister, sowie eine Kleeart.
Bereits aus der Antike kennt man die medizinische Anwendung des Gänsefingerkrautes. So wird es im 15. Jh. im Kräuterbuch von Peter Schöffer zitiert. Die in der Volksmedizin verwendete medizinische Wirkung ist zusammenziehend, Schmerzstillend, Krampf lösend z.B. bei Wadenkrämpfen und als Tee getrunken hemmt es Durchfälle. Bei fraulichen Beschwerden der Menstruation den Arzt fragen vor der Anwendung.
Bei Zahnfleischbluten oder Entzündungen des Mund-Rachenraumes kaute man die Wurzel. Ebenso wurde ein aufbereiteter Tee zur Tränkung von sterilem Mull auf Wunden zur Heilung gelegt. Die indische Ayurvedamedizin kennt die Verwendung der Gänsefingerkrautwurzeln in Milch gelegt Pfarrer Kneipp hat seinerzeit, ohne jedoch von der indischen Anwendung Kenntnis zu haben, bereits die Verwendung der Wurzel in Milch als „Krampfmilch“ und bei Magen-Darmreizungen, Leberfunktionsstörungen und Durchfall, Gänsefingerkrauttee. Für die Zubereitung und Darreichung von Gesundheitstees keine metallenen Gegenstände benutzen!
Keine Anwendung der hier angegebenen Gesundheitsempfehlung zum Thema ohne Arzt oder Heilpraktiker zu fragen. Nur diese Gruppe ist zur Erstellung einer Diagnose geeignet. Der Arzt aufgrund seiner Bestallung. Heilpraktiker aufgrund der Erlaubnis die Heilkunde ohne Approbation ausüben zu dürfen.
Bei allen Angaben muss gesichert sein durch medizinische Untersuchungen das evtl. allergische Reaktionen ausgeschlossen werden können sowie die Anwendung neben den ärztlichen Verordnungen zusätzlich anwendbar sind. Für die Zubereitung und Darreichung von Gesundheitstees keine metallenen Gegenstände benutzen!
Eine unangenehme Überraschung ist bei Anwendung der Diagnose Reizmagen gegeben: Die Beschwerden können sich verstärken!
Auf keinen Fall darf Gänsefingerkraut, in welcher Form auch immer, bei Schwangerschaft angewendet werden! Allerdings kommt die Droge nicht mehr als Spasmolytikum bei Magen-Darmproblemen sowie Frauenleiden zur Anwendung.
In der Internetseite unter http://www.heikraeuter.de/lexikon/gaensefi.htm sind einige Anwendungen in der Naturheilpraxis weiter benannt. Weitere medizinische Hinweise in: http://www.medizinalpflanzen.de/systematik/6_droge/potansh.htm
Der Gehalt an Bitterstoffen lässt eine Verwendung in der Küche in Grenzen haltend. Eher wird es in geringem Anteil zu Mischgemüse wie diesen mit Brennnessel, Taubnessel, Giersch, Löwenzahnblättern, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke, Gamander, Ehrenpreis, Vogelmiere, Weidenrösechen, roten Kleeblüten, Radieschen-, Tomaten-, Gurkensalat, beigegeben. Auch zu Gemüsebrühe kann ein bis zwei Blatt zugefügt werden.
Die jungen Blätter des Gänsefingerkrautes sind als Beilage zu gestampften Kartoffelgerichten oder zu Pellkartoffeln eine würzige Bereicherung.
Wie bereitet man einen Gänsefingerkrauttee? Vorweg: Gänsefingertee ist wie das Kraut zu Salat gegeben Magenwirksam zur Verdauung. Ein Absud wird hergestellt mit 30 Gramm trockener Blätter auf 1 Liter Wasser. Wasser zumj sieden bringen, das Kraut eingeben, Gefäß abdecken und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Getrunken wird eine Tasse Tee vor den Mahlzeiten. Nicht wieder erwärmen! Für die Zubereitung und Darreichung von Gesundheitstees keine metallenen Gegenstände benutzen!
Keine Anwendung der hier angegebenen Gesundheitsempfehlung zum Thema ohne Arzt oder Heilpraktiker zu fragen. Nur diese Gruppe ist zur Erstellung einer Diagnose geeignet. Der Arzt aufgrund seiner Bestallung. Heilpraktiker aufgrund der Erlaubnis die Heilkunde ohne Approbation ausüben zu dürfen.
Bei allen Angaben muss gesichert sein durch medizinische Untersuchungen das evtl. allergische Reaktionen ausgeschlossen werden können sowie die Anwendung neben den ärztlichen Verordnungen zusätzlich anwendbar sind.

Jeder kennt sie, die weiße oder rosarote Pracht der Rosskastanienblüten. Es ist der unverwechselbare Garten-, Park- und Alleebaum. Als Schattenspender steht er in Gärten, Höfen, auf Dorfplätzen und Gartenlokale. Weniger bekannt ist die herausragende Position der Rosskastanie als Spender bedeutender Ausgangsstoffe für die Herstellung pharmazeutischer Produkte sowie ihrer Verwendung in der Therapie.
Natürliche Vorkommen der Rosskastanie finden sich in Südosteuropa, auf dem Balkan, in Albanien, Mazedonien und Bulgarien. In den Bergwäldern im Norden Griechenlands, im Norden des Iran und westlichen Kaukasus, im Himalaya und in Nordindien. Es sind riesige Wälder. Rosskastanie gehört in unseren Breiten neben Weide, Wacholder, Fichte und Eibe zum Kreis der herausragenden Medizinbäume. Durch Kenntnis in Zusammensetzung der Inhaltsstoffe in den Rosskastaniensamen und deren pharmakologischen Wirkungen auf das Venensystem, stehen standardisierte pflanzliche Venentherapeutika zur Behandlung der weit verbreiteten Volkskrankheit Venenschwäche zur Verfügung.

In der antiken Literatur wird die Rosskastanie im Gegensatz zur Edelkastanie nicht erwähnt. Sie wurde erst im 16. Jh. in Mittel- und Teilen Nordeuropas wieder heimisch, nachdem die Gattung Aesculus hippocastanum durch die letzte Eiszeit in südliche Refugien abgedrängt worden war. Im Jahre 1557 brachte Ghiselin de Busbeq die Kastanie nach Konstantinopel. Die erste Abbildung findet sich im Kräuterbuch von Matthiolus 1565, der einen aus Konstantinopel stammenden Fruchtzweig als Castanea equina bezeichnet und skizziert hat. Aus der Türkei brachte Ungnat Samen nach Wien. Aus denen hat 1576 der kaiserliche Gartendirektor Clusius die ersten Setzlinge gezogen und gepflanzt. Der rege Versand von Samen löste in gemäßigten Klimazonen Europas eine rasante Ausbreitung dieses schnellwüchsigen Baumes aus. Bachelor führte die Rosskastanie in Paris ein; sie wurde zum Lieblingsbaum des Sonnenkönig Ludwig XIV (1638-1715) und zum majestätischen Modebaum. Sie schmückte fortan Schlossgärten, fürstliche Parks und Alleen. Für Berlin wurde die Rosskastanie erstmals 1672 erwähnt.
Die Volksheilkunde ist geprägt von einem reichen Erfahrungswissen und vielen überlieferten Hinweisen auf die Verwendung von Drogen und Zubereitungen aus den verschiedenen Bestandteilen der Rosskastanie. Traditionell dienten zur Drogengewinnung vier Bestandteile des Baumes: Blätter, Blüten, Rinde und Früchte bzw. Samen. Sie haben einen jeweils uneinheitlichen Anteil an aktiven Inhaltsstoffen und sind von unterschiedlichem medizinischem Nutzen. Die Sammelzeiten der Blüten sind von April bis Mai, Blätter von April bis Juni, Rinde von März bis April sowie Oktober bis November. Die Früchte bzw. Samen gibt es September bis Oktober. Mit den Rosskastanienblättern wurden Tees aus frischen oder getrockneten Blättern bei Schmerzen und Schwellungen, bei Darmkatarrh, Regel- oder Gebärmutterblutungen, bei Bronchitis und nach Gehirnerschütterung verabreicht. Äußerlich dienten Tinkturen bei Weichteilschwellungen nach Knochenbrüchen und bei Venenentzündungen, Warzen, Geschwüren und Rostbeulen den Heilungsprozess zu forcieren. Aus frischen weißen Rosskastanienblüten wurden vorwiegend Essenzen zu Einreibemitteln verarbeitet. Als Adstringens und Tonikum bei Gicht und rheumatischen Schmerzen angewendet. Der Blütentee war als schleimlösender Hustentee weit verbreitet.
Aesculin, eine Cumarinverbindung, in den frischen Blättern kann ultraviolette Strahlen adsorbieren, d.h. an der Oberfläche anlagern. Blätter dienten zu Liniment oder Salben zubereitet bei Hauterkrankungen. Rinde bzw. Borke findet ihre besondere Verwendung in der Volksheilkunde. Sie wurde im Frühjahr oder Herbst von drei- bis fünfjährigen Zweigen abgezogen, zerkleinert und getrocknet. Das daraus bereitete alkoholische Dekokt wurde zur Behandlung von Hauterkrankungen und als Sonnenschutz verwendet. Im 18. Jh. wurde die Rosskastanienrinde neben der Weidenrinde als preiswertes Ersatzmittel für die kostbare Chinarinde gegen das kalte Fieber einverleibt. Rosskastaniensamen wurden als Tinktur zubereitet äußerlich bei schmerzhaften Verletzungen oder Verstauchungen, bei Bluterguss und Schmerzsyndrome an der Wirbelsäule verwendet. Weit verbreitet war die Behandlung von Ödemen mit Tinkturen aus Rosskastaniensamen. Beliebt die Bäder. Bereitet aus ganzen oder geschälten Kastanienfrüchten bei Rheuma, Gicht und Durchblutungsstörungen. Erste Berichte über die Wirksamkeit von Tinkturen aus Rosskastaniensamen bei Hämorrhoidalleiden stammen von 1896. Zäpfchen, hergestellt aus gemahlenen Samen, waren eine häufig verwendete Arzneiform. Aus frischen, geschälten Früchten wurde ein Essenz zur Behandlung der Leberschwellung, Magenschleimhautentzündung und bei Prostatabeschwerden, verordnet. Für Homöopathen war und ist „Aesculus hippocastanum“ bei trockenem Katarrh, Hämorrhoiden und bei Unterschenkelgeschwüren das Mittel der Wahl.
Feines Samenmehl wurde beim Katarrh der Luftwege und bei Erkältungsbeschwerden geschnupft. Bei Prostatabeschwerden soll eine Rosskastanie jeweils rechts und links in der Hosentasche die Beschwerden lindern oder beseitigen helfen. Zubereitungen werden als Tee aus getrockneten Blättern und Blüten, der Rindentee aus zerkleinerter frischer Rinde, angefertigt. Für eine Salbenmischung wird frische Rinde verwendet. Zur Herstellung einer Essenz verwendet man junge Blätter und Blüten. Aus frischen, geschälten und zerkleinerten Samen wird ein Extrakt zubereitet und eine Tinktur entsteht aus frischen, ungeschälten Früchten. Als Brei für eine Auflage verwendet man geschälte zerkleinerte Samen. Zu Wickel oder Umschläge werden Blüten, Rinde und Früchte genommen. Ein besonderes Bad ist das Rosskastanienbad, angefertigt aus frischen Blüten.
Spät entdeckt, die Wirkung des Rosskastaniensamens. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jh. fand die Pharmacie wissenschaftliches Interesse an den Rosskastaniensamen. 1965 erfolgte erstmals die monografische Aufnahme in das Deutsche Arzneibuch DAB. Die quantitative und qualitative Zusammensetzung der Inhaltsstoffe gilt analytisch heute als aufgeklärt. Die Samen enthalten als Wirksamkeit bestimmenden Inhaltsstoff das Aescin, Flavonoide, Quercetin, Rutosid und Kampferol. Diese werden bei Venenerkrankungen angewendet. Eine positive Beeinflussung der Durchlässigkeit kleinster Blutgefäße ist nachgewiesen. In den Samen fehlen Cumarine. In Blättern und Baumrinde wurden sie nachgewiesen. Rosskastaniensamen ist dazu noch Ausgangsmaterial für viele andere moderne Arzneimittel.
Für die Herstellung moderner Rosskastanien Arzneimittel werden frische Rosskastaniensamen eingesetzt. Diese stammen vorwiegend aus osteuropäischen Ländern. Die vollreifen Samen werden in nicht zu dicker Schicht an gut durchlüfteten Plätzen vorgetrocknet. Unreife oder aufgeplatzte Früchte werden selektiert. Zur industriellen Verwertung werden diese anschließend gebrochen und zur Vermeidung von Pilzbefall künstlich nachgetrocknet. Für die Sicherung der Qualität des Ausgangsmaterials ist eine einheitliche Identität der Rosskastaniensamen zu bestimmen. Bei der Rosskastanie werden die etwa zwanzig bis vierzig Millimeter großen, kugelig-ovalen, etwas abgeflachten Samen von einer dunkelbraunen, nur im frischen Zustand glänzenden Samenschale mit einem großen, rundlichen, hellbraunen Nabelfleck, dem Hilium, bedeckt. Der Raum unter der Samenschale wird vollständig von dem mächtigen Embryo mit den großen, schwach gelblichen Keimblättern ausgefüllt. Inhaltsstoffe sind Stärke, reduzierende Zucker, fettes Öl und Proteine.
Die medizinische Anwendung der Rosskastanienextrakte RKSE. RKSE-haltige Arzneimittel zeichnen sich durch anti-exudative, Gefäß abdichtende und damit antiödematös wirkende Mittel aus. Deshalb besonders angewendet bei Beschwerden im Venenbereich der Beine. Zur Linderung von Beschwerden und um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, können Venenleiden mit Salben oder Gele aus Rosskastaniensamenextrakt behandelt werden. Heutige Präparate gelten als gut verträglich. Neben den hoch dosierten Aescin Monopräparaten sind zahlreiche pflanzliche Kombinationspräparate verfügbar, deren Wirksamkeit für die Indikation der Venenschwäche, chronisch venöser Insuffizienz (CVI), klinisch von dem der Rosskastanienextrakte zu differenzieren ist.
Der gemahlene Samen wird gerne als Zusatz zum Schnupftabak verwendet.
Der Jahresplan der anwendbaren Pflanzen zu Heilzwecken setzt deren gründliche Kenntnisse voraus. Es ist immer genau zu bestimmen um welche Pflanzen es sich tatsächlich handelt. Bereits ähnlich aussehende oder beim Sammeln nicht genau betrachtete Unterschiede können zu verheerenden Folgen führen. Alleine ein Bestimmungsbuch reicht nicht aus um sich zu schützen.
Bei den Kräuterwanderungen werden nur Pflanzen gesammelt welche sich eindeutig bestimmen lassen und deren Wirkung bekannt ist.
Februar
- Huflattich
- Gänseblümchen ( bis November)
- Scharbockskraut (ab Blütezeit giftig
März
- Pestwurz
- Löwenzahn
- Weide
- Schlüsselblume (geschützt)
- Veilchen
- Blutwurz
- Schlehe (Blüten)
- Lungenkraut
- Leberblümchen
- Hirtentäschel
- Eiche ( borkenfreie Rinde)
April
- Löwenzahn
- Barbarakraut (bis Juli)
- Spargel
- Bärlauch (vor der Blüte)
- Eiche
- Hirtentäschelkraut
- Weiße Taubnessel
- Lungenkraut
- Brennnessel (junge, bis September)
- Senf
- Waldmeister Ende April (vor der Blüte)
- Besenginster
Mai
- Spitz-/Breitwegerich
- Knoblauchrauke (Kraut)
- Bitterklee
- Gänsefingerkraut
- Holunder ( Blüten )
- Flieder
- Melisse
- Stiefmütterchen
- Weißdorn (Blüten)
- Birke
- Brombeere, (Blüten, frische Blätter)
- Himbeere, ( Blüten, frische Blätter)
- Löwenzahn
- Weiße Taubnessel
- Senf
- Fichte (Maiwipferl)
- Frauenmantel
- Rosskastanie (Blüten)
- Sauerampfer
- Hornklee (Blüten)
- Liebstöckel (Wurzel)
Juni
- Odermennig
- Ackerschachtelhalm
- Schafgarbe
- Gänsefingerkraut
- Hirtentäschelkraut
- Kamille
- Melisse
- weiße und gelbe Taubnessel
- Frauenmantel
- schwarzer Holunder
- Linde (Blüten)
- Ringelblume
- Beinwell
- Rotklee
- Labkraut
- Gundelrebe
- Nachtkerze ( bis September blühend, Wurzel)
- Rupprechtskraut
Juli/August
- Wegrauke
- Weidenröschen
- Beifuß
- Malve
- Gänsefingerkraut
- Herzgespann
- Kamille
- Salbei
- Rosmarin
- Thymian
- Steinklee (Cumarin)
- Wegwarte (Kraut)
- Wasserpfeffer
- Kapuzinerkresse
- Kornblume
- Gundelrebe
- Pfefferminze
- Schwarze Johannisbeere (viel Vit. C)
- Königskerze
- Ringelblume
- Schafgarbe
- Weiße und gelbe Taubnessel
- Schwarzer Holunder (Früchte-Beeren)
- Augentrost
- Klette
September
- Sauerdorn (Berberis)
- Wegwarte (sehr tiefe Wurzeln)
- Augentrost
- Rosmarin
- Isländisch Moos
- Baldrian
- Gänsefingerkraut
- Goldrute
- Hauhechel
- Leinsamen (Früchte)
- Ringelblumen
- Sanddorn
- Schafgarbe
- Blutweiderich
- Eberesche (Früchte)
- Rosskastanie (Früchte)
- Gemeiner Dost
- Kapuziner Kresse
- Kürbis
- Liebstöckel (Blätter)
Oktober
- Hopfen
- Sanddorn (Früchte viel Vit. C)
- Wacholder
- Baldrian
- Hauhechel
- Heckenrose (Hagebutten Früchte)
- Weißdorn (Früchte)
- Schlehen (Früchte)
- Erdrauch
- Eiche
- Rosskastanie (Frucht)
November
- Gänseblümchen
Ganzjährige Pflanzen sind:
- Vogelmiere (oder Hühnerdarm genannt)
- Vogelknöterich (ganze Pflanze Mai-November), Wurzel im Herbst )
- Feldsalat
> Zu bemerken: Der Jahresplan der Pflanzen variiert von Jahr zu Jahr und kann ein bis zwei Wochen vor bzw. nach den Angaben unterschiedlich sein.
Der deutsche Name Pestwurz rührt wohl daher das man diese Pflanze im Mittelalter vor allem gegen die Pest, aber auch bei Fieber und Epilepsie, einsetzte. Die Frühlingsboten Huflattich, Kamille, Gänseblümchen, Goldrute, Sonnenblume, Distelarten, Wegwarte, Klette und viele andere sind mehr oder weniger bekannt. Was aber haben sie mit der Pestwurz gemeinsam? Es sind alles Korbblütler. Pestwurz ist, wie der Huflattich, eine ausdauernde, frühblühende Pflanze und wird je nach Standort zwischen 15 und 100 Zentimeter hoch. Die Blütenschäfte brechen vor den großen Laubblättern aus dem Boden aufrecht, dick und spinnwebig wollig hervor. Sie tragen rotviolette oder auch weiße Blütenköpfchen in einer endständigen Traube aufgelockert.
Es gibt im Volksmund auch hier vielerlei Namen für diese Heilpflanze, z.B. Kraftwurz, Huatplotschen, Sonnendach, Adamsblatt, Tabaksblatt. Auch der Pestwurz, botanischer Name Petasites hybridus, treibt wie der eng verwandte Huflattich, Blütenstände von März bis Mai. Danach entwickeln sich die hier sehr großen, Elefantenohren gleichenden Blätter. Von den ähnlichen Huflattichblättern unterscheiden sich die Pestwurzblätter durch ihre bedeutende Größe und die rundlich herzförmige, nichteckige Gestalt. Um die Form des Blattes zu beschreiben kann man sich eine Niere in der Umfanggröße von etwa 80 Zentimeter vorstellen. Die Natur hat es deswegen so eingerichtet weil sonst der Blütenbesuch durch Insekten behindert würde. Die Pflanze tritt häufig in dichten Beständen auf. Nach den Blüten lassen sich männliche und weibliche Pflanzen unterscheiden. Bei den weiblichen Pflanzen fehlen die meisten Einzelblüten und Staubblätter. Einzelne Blüten können jedoch noch Reste behalten. Bei den männlichen Pflanzen sind die weiblichen Organe in der Blüte noch vorhanden, jedoch verkümmert. Es können aber zusätzlich einzelne rein weibliche Blätter darunter vorkommen. Die Trennung nach Geschlechtern ist bei diesen Pflanzen also nicht vollständig. Der Wuchsort ist in feuchten Wegrändern, Flussufern, Bächen und Flüssen sowie auf Schwemmböden in Waldschluchten gelegenen Gegenden, in Mittel- und Hochgebirgen. Zu beobachten bei uns wenn man an Flussufern geht oder auch unwegige Talsenken beschreitet welche sehr feucht sind.
Welche Heilkraft besitzt Pestwurz?
Als Heilpflanze ist Pestwurz uralt. Die Pestwurzblätter wurden mit Grasblättern zusammen gebunden und aus der Hallstätter Zeit in Salzbergwerken gefunden. Die heilkräftigen Pflanzenteile sind im Frühsommer die Blätter, im Herbst der Wurzelstock. Die Wurzel enthält ätherisches Öl, ein Alkaloid, Inulin, Gerbstoffe und Schleim. Vor allem aber ist es das bei Schmerzen und Krämpfen wirksame Petasitin als Inhaltsstoff auch von der Pharmaindustrie genutzt für entsprechende Medikamente. Die Blätter enthalten Gerbstoffe und Schleim. Heute verwendet man die Pflanze in der Volksheilkunde äußerlich als Wundmittel und bei Hautentzündungen. Da sie ähnlich wie Huflattich wirkt, wird sie auch innerlich bei Husten und als krampflösendes Mittel eingesetzt. Eine Bewährung hat sich gezeigt bei Kopfschmerzen und vor allem bei Migräne. Schmerzstillende Wirkung auch bei Magen – Darmbeschwerden, Störungen der Gallefunktion und besonders bei neurovegetativen Störungen. Als Fertigprodukt unter dem Namen Petadolex (Fa. Weber und Weber) als Kapseln erhältlich.
In vielen wissenschaftlichen Arbeiten wird darauf hingewiesen das die Migräne immer noch ein Stiefkind der Forschung ist. Dabei ist vorbeugen besser als heilen. In jüngster Zeit hat sich, nicht nur in den naturheilkundlichen Praxen, die Pestwurz als ein Volltreffer erwiesen. Diese Petadolex Kapseln von Weber und Weber enthalten die kostbaren Auszüge der wirksamen Stoffe aus der Pestwurz.
Pestwurz ist ein Korbblütler welcher zwischen März und Mai blüht, je nach Standort. Der Standort sind feuchte Flussufer. Auftretend finden wir die Pestwurz in dichten Beständen. Die Geschlechtstrennung ist bei dieser Pflanze nicht vollständig. Wie beim Huflattich, so treibt auch die Pestwurz die Blütenstände vor den Blättern aus. Die großen Blätter würden sonst auch den Blütenbesuch stark behindern, wenn nicht sogar unmöglich werden lassen.
Der Wurzelstock hat krampflösende Eigenschaften. Die gefertigte homöopathische Tinktur wirkt bei verschiedenen Nervenschmerzen. Es sind aber nicht nur der Wurzelstock welcher zur Anwendung nutzbar wird sondern verschiedene Teile der Pflanze Petasites hybridus. So kann auch ein Aufguss der getrockneten Blätter und Blüten als Tee zubereitet bei entzündeten Bronchien Erleichterung verschaffen. Bei Gelenkschmerzen kann ein Umschlag gefertigt werden. Letztlich wird auch die Wundheilung gefördert. Festgestellt ist vor allem aber die Wirkung auf das Nervengeflecht der arteriellen Blutgefäße. Für Migräniker eine bedeutende Feststellung für diesen besonderen Anwendungsbereich. Dazu wurde in einer aktuellen Studie festgestellt vom Krankenhaus München-Harlaching, Neurologieprofessor Werner Grossmann, wonach die Reduktion der Migränetage pro Monat bei den Probanden 62 Prozent beträgt. Der Pflanzenextrakt der Pestwurz wirke gegen Entzündungen, entkrampfe und hemme die Kontraktion glatter Muskelzellen. Prof. Grossmann empfiehlt eine Behandlung mit Kapseln über drei Monate. Stiegen die Migränebeschwerden nach der Therapiepause wieder an, kann der Behandlungszyklus unbedenklich erneut begonnen werden. Aus eigener Erfahrung kann dies aus der Praxis bestätigt werden. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen sind dazu nicht bekannt !
Ein Pestwurztee wirkt harn- und schweißtreibend, sowie krampf- und schleimlösend. Dazu nimmt man einen Esslöffel zerkleinerter vorher getrockneter Wurzel. Diese wird zunächst kalt für etwa 2-3 Stunden angesetzt und dann kurz aufgekocht. Von dem allerdings frisch zubereiteten Gebräu trinkt man dann bei entsprechenden Beschwerden 2 bis 3 Tassen täglich. Die frischen jungen Blätter werden auf schlecht heilende Wunden und Geschwüre gelegt oder ebenfalls abgebrüht als Tee getrunken. In der Homöopathie verwendet man einen alkoholischen Auszug mit dem Wurzelstock bereitet. Die Wirkung ist bei Kopf- und Nackenschmerzen besonders eindrucksvoll.
Löwenzahn
Ab den ersten warmen Sonnenstrahlen kommen auch die Spitzen des Löwenzahns hervor. Es ist einer unserer häufigsten Pflanzen welche im Frühjahr in der Blütezeit ab April bis Juli auf Wiesen und Äcker alles gelb erscheinen lässt. Es ist auch eine Kennzeichnung der gut gemeinten Düngung. Die auffälligen Blüten werden gerne von Insekten besucht. Die Pflanze ist in der Lage Samen ohne Befruchtung zu erzeugen, welche wenige Wochen nach der Blüte reif sind. Es werden dabei jährlich etwa 3000 Samen je Blüte durch den Wind in die Umgebung getragen. Der botanische Name für Löwenzahn ist Taraxacum officinale. Sie gehört zu den Korbblütlern. Im Volksmund wird auch der Name Kuh- oder Butterblume verwendet. Andere Namen sind Bettseichkraut, Pusteblume, Maiblume.
Die Heilkraft des Löwenzahn ist vielfach. Es ist auf der Weide zu beobachten. Kranke Kühe welche unter Blutarmut leiden, fressen instinktiv viel Löwenzahn. Der Löwenzahn ist noch heute sehr beliebt, nicht nur bei den Tieren. Er wird bei allerlei Krankheiten und Beschwerden zur Behandlung herangezogen. Sein guter Ruf besteht völlig zu Recht, denn er fördert, wie klinisch nachgewiesen wurde, die Gallesekretion und wirkt harntreibend. Sein französischer Name „Pissenlit“, gleich Bettpisser, benennt dessen Eigenschaft unverblümt. Vorab zu erwähnen, die Pflanze ist schwach giftig. Verwendung finden die Blätter im Frühjahr, später der Wurzelstock, sowie gepresster Saft im Herbst. Die Inhaltsstoffe sind unter anderem das Inulin, Gerbstoffe, Bitterstoff, Harz, Kautschuk, Xanthophylle, ätherisches Öl, Cholin, Provitamin A, Vitamin C und B, sowie Mineralsalze. Die Anwendungsbreite liegt vor allem bei leberbedingter Wassersucht. In der Volksheilkunde als blutreinigendes und magenwirksames Mittel eingesetzt. Aber auch bei Leber- Galleleiden erfolgreich. Der Milchsaft der Stengel, so er auf Warzen aufgetragen wird, soll in der Lage sein diese zu vertreiben. Zuckerkranke, welche die Stengel kauen, können ihren Zuckerspiegel um etwa 15 Einheiten senken. Heilanzeigen sind bei Gallensteinen, Darmträgheit, Fettsucht, Gicht, Rheuma, Appetitlosigkeit. Bei Hauterkrankungen kann ein Badezusatz bereitet werden. Hier wird das ganze Kraut dazu die Wurzel aufgekocht und abgesiebt zum Badewasser gegeben. Ein Tee wird bereitet aus einem gehäuften Teelöffel Löwenzahnblätter und Stengel. Zum Sieden bringen und abschütten. Man trinkt davon täglich neu zubereitet 3 Tassen über einen Zeitraum von 4 Wochen.
Eine Löwenzahnkur, ob mit Salat, Saft oder Tee, sollte im Frühjahr und im Herbst durchgeführt mindestens 4, besser 6, Wochen dauern.
Löwenzahn in der Küche.
Die Blätter der jungen, noch nicht geblühten Pflanze, schmecken köstlich zum Frühlingssalat. Von den Blüten kann ein „Honig“ hergestellt werden. Man benötigt dazu 2 Liter Wasser und 2 Kilogramm braunen Zucker. Dazu werden nun etwa 2 doppelhandvolle frisch gesammelte Blüten gegeben. Dieses wird nun auf niedriger Temperatur soweit aufgeköchelt. Dauer etwa 2 Stunden. Es wird solange erhitzt bis es von einem Probierlöffel ziehend abläuft. Dann abschütten durch ein feines Sieb oder Leintuch in Gefäße, und erkalten lassen. Nun haben Sie einen wundervollen, gesundheitlich wertvollen, Brotaufstrich.
Die im Spätsommer gestochene Wurzel wurde früher, mit der Wurzel der Wegwarte, geröstet und diente als Kaffeeersatz.
Weide
Zu sehen ist die Weide an feuchten Niederungen, Flußufern, kleinen Seen, Tümpeln und Bächen die Weide = Salix alba = Silberweide. Sie gehört zu den Weidengewächsen der Gattung Salicacea welche es mit rund 300 Arten in den gemäßigten nördlichen bis arktischen Regionen gibt. Dazu zählen die Pappelarten ebenso wie die Salweide und die Silberweide. Die Silberweide, Salix alba, um die es hier geht wächst als Strauch großstrauchig wird sie sogar bis 7 m Hoch, oder Baum und wird dann bis zu 30 m hoch. Die Pflanze ist der eigentliche Lieferant unserer natürlichen Azetylsalicylsäure, kurz “ASS” genannt. Die Blüte ist von März bis Mai. Im Volksmund wird sie auch als Fieberweide, Maiholz; Welche, bezeichnet.
Medizinisches zur Weide. Gesammelt wird die Rinde und Zweige im Frühling. Nach dem Trocknen müssen sie dunkel aufbewahrt werden. Die wirksamen Bestandteile sind das bekannte „Aspirin“. Doch die Naturschale der jungen, 2-jährigen Weide, getrocknet, woirkt nicht “blutverdünnend” und löst auch keine Magenbeschwedden auf.
Weidenrinde lindert rheumatische Schmerzen und Entzündungen der Gelenke durch den Inhaltsstoff an Salizylsäure. Wir kennen Salicylsäure und die chemisch daraus abgeleitete Azetylsalicylsäure = ASS in vielen Schmerz- und Rheumamitteln. Wie die meisten Anthirheumatika werden auch diese fertigen Spezialitäten und der Weidenrindentee von Magenkranken schlecht vertragen. Es empfiehlt sich diese Mittel mit den Mahlzeiten einzunehmen, bzw. Vitamin C zuzugeben. Überdosierungen führen auf Dauer zu Nierenstörungen, in schweren Fällen zur Säurevergiftung. In früheren Zeiten wurde die Weidenrinde als Mittel gegen Schmerzen eingesetzt indem die getrocknete Rinde aufgekocht und der Absud dann getrunken wurde. Die Zubereitung eines Tees aus Weidenrinde erfolgt indem die vom Ast geschälte junge, höchstens 2-jährige Weidenrinde, genommen wird. Etwa 5 Gramm genügen auf eine Tasse. Zunächst wird es etwa 6 bis 8 Stunden kalt angesetzt. Danach 10 Minuten abkochen. Die Tagesdosis sollte 2 Tassen schluckweise warm getrunken nicht überschreiten. Heilanzeigen sind bei allen fieberhaften Erkrankungen gegeben. Weiter bei Erkältungen, Entzündungen. Bei Rheuma, Gicht, Gelenkerkrankungen. Vor allem aber bei Kopf- und Zahnschmerzen einzusetzen.
Ein Revolution in der Geschichte der Entdeckung hinsichtlich Medikamente, ASS Erst im Jahre 1838 wurde aus dem Salicin der Weidenrinde die Salicylsäure rein hergestellt. Die nächsten Schritte folgten und so wurde durch die Synthese der Azetylsalicylsäure das weltbekannte Aspirin, welches nicht nur als Kopfschmerzmittel neu entdeckt wurde. Salicin, welches im menschlichen Körper zu Salicinsäure umgewandelt wird, wirkt nicht nur schmerz- sondern auch fiebersenkend. In täglichen Gaben von 50 – 70 mg ASS wirkt es “blutverdünnend”, stellt also einen gewissen Vorschutz gegen erythrocytäre Verklumpungen dar. Damit ist ein Schutz gegen Gefäßinfarkte gegeben. Damit aber nicht genug. Amerikanische Studien von 1982 bis 1988 berichten über den erfolgreichen Einsatz von ASS an über 600 000 Erwachsenen über die Einnahmehäufigkeit des nichtsteroidalen Antirhreumatika ASS. Es wurden auch alle Todesfälle durch Dickdarmkrebs registriert und bewertet. Danach stellte man fest, je höher die ASS Einnahmen waren desto geringer das Risiko an Dickdarmkrebs zu sterben. Also, ASS gegen Darmkrebs ? ASS Wundermittel gegen den Darmkrebstod? Durch ASS Einnahme tritt seltener Dickdarmkrebs auf, so lautet die Studie der amerikanischen Krebsgesellschaft “ACS” = American Cancer Society, und erregt damit weltweites aufsehen. Fest stand bis dahin sicher das ASS eine vorbeugende Infarktwirkung hat und auch zur Akutbehandlung eingesetzt wird. Auch ist es mittlerweile kein Geheimtipp mehr das bei drohenden Ohrinfarkten hier eine schnelle Hilfe gegeben ist. Aber, gegen Dickdarmkrebs ? Der potentielle Wirkmechanismus sei unklar, beteuert die US-Krebsgesellschaft. Es wird dabei angenommen das die Wirkung in einer Hemmung des Tumorwachstums über die Blockierung der Prostaglandinsynthese oder sogar immunologisch zustande komme. Prostaglandin ist als Sammelbegriff für zahlreiche hormonähnliche Substanzen zu verstehen. Das Fachblatt “Ärztliche Praxis”, welches an sich stets betonte Zurückhaltung ob solcher medienwirksamen Darstellungen übt, äußert: Die Verordnung niedriger Dosierungen von ASS eine erfolgversprechende Präventivstrategie gegen Dickdarmkrebs bei Risikopatienten ?
Sicherlich ist die Einnahme von ASS in hohen Dosen sei es gegen Schmerzen, grippale Infekte, Infarktvorbeugend, usw., ohne medizinische Kontrolle nicht ratsam. Wie heißt es doch banal: wo Wirkungen sind, sind auch Nebenwirkungen sagt man.. Bei ASS Medikamenten können dies seltene Blutungen im Magen-Darmbereich sein. Hier kann dem Patienten geraten werden die ASS zum Essen einzunehmen, bzw. die Dosis zu reduzieren. Möglicherweise kann auch Nasenbluten eintreten. Wenn dann die Dosis herabgesetzt wird oder die geringe Dosis ASS + C, also mit Vitamin C (als Fertigprodukt auch beziehbar) gegeben wird, ist dieses Nebenproblem meist gelöst. Herzpatienten bekommen die Herz – ASS Tabletten oder Dragees welche in kleiner Menge, ähnlich einer Baby Tablette, dosiert sind. Das heißt statt der beispielsweise 600 mg sind es hier 50 mg wirksamer Anteil.
Weitere Möglichkeiten in der Anwendung der Rinde der Silberweide sind Bäder bei Gicht und Gelenkentzündungen, als Tee bei Erkrankungen mit Fieber, bei Entzündungen, Erkältungen, Schmerzen usw. wirksam einzusetzen. Als Umschlag bei Migräne und Trigeminusneuralgien, akutem Ischias, akuter Brachialgie, Tennisellbogen, anzuwenden. Als Zusatz und Antioxidantien sind die Vitamine A, E, und C einzusetzen.
Wenn auch die Wirksamkeit, der Wirkungsmechanismus oft unklar ist, muß aber alles wirkende begründet werden, und, kann es überhaupt immer begründet werden ? Ich meine man sollte nicht Jahrtausende alte Erfahrungen und Erkenntnisse nicht auf den Prüfstand stellen und dann zu verbannen suchen. Naturheilkunde ist das was sie ist Natur welche zusammen wirkt und nicht der Prüfbarkeit im Einzelnen nachweisen muß das sie da ist.
Der in fast ganz Europa ist der ursprünglich aus Australien bzw. Neuseeland stammende echte Nelkenwurz, wissenschaftlich Geum urbanum, zu finden. Er gehört zu den Hemikryptophyten in der Pflanzenwelt. Diese haben „Überdauerungskospen“ welche an der Erdoberfläche gebildet werden und im Herbst/Winter/Frühjahr mit Laub, Erde oder Schnee bedeckt sind und so überdauern können auch bei strnger Kälte. Beim echten Nelkenwurz geht der Wurzelschaft bis zu 8 Zentimer in den Boden. Die ausgebildete Bodenrosette bleibt meist auch über die Wintermonate erhalten. Er ist im ab mitte Mai bis in den Oktober überall blühend zu sehen mit seinen kleinen gelben Blüten. Bis in den September sieht man die 20 bis 80 Zentimeter schlank aufragende Pflanze. Ein volkstümlicher Name benennt ihn alks Benedikterkraut Was auf die Hl. St. Benedikt zurückgeführt wird. Nach der Blüte bilden sich kleine Nussfrüchte.
Neben der Bezeichnung Benediktenkraut hat der Volksmund auch die Verwendung einbezogen wie in den Namen Mannskraftwurzel, Nägeleinkraut, Sanikula, Weinwuirzel. Letzteres weil man auf dem Lande mit der Nelkenwurz-Wurzel einen Wein herstellte. Doieser wurde auch zur Rekonvaleszenz zum trinken empfohlen.
Nelkenwurz zeigt kleine, fünfblättrige, gelbe Blüten. Zwischen den Blüten hoch aufragend, fast dominierend sich zeigend, gesellt sich wie ein kleiner Wuschelkopf aussehend die Samenknospe mit zahlreichen Früchtchen. Echter Nelkenwurz ist unter anderen Namen bekannt wie z.B. Benediktenkraut, Hasenwurz, Märzwurz und vor allem als Mannskraftwurzel. Letzteres soll wohl als für Männer geeignetes Aphrodisiakum zur Anwendung kommen und die Standhaftigkeit wiedergeben.
Die Bezeichnung Geum, der zu den Rosengewächsen (Rosacea) gehörenden Art des Nelkenwurz, geht auf den schwedischen Pflanzenforscher und passionierten phytotherapeutischen Arzt Linné zurück. Geum, abgeleitet aus dem Griechischen geuein, was soviel bedeutet wie würzen. Der weitere Name urbanum, bezeichnet den lateinischen Artnamen der erstmals 1561 bei Konrad Gesner Verwendung findet. Er bezeichnete es so weil die Pflanze auch in den Städten wächst. Vor allem mag sie stickstoffreichen Boden. Hildegard von Bingen bezeichnete die Pflanze als „die gesegnete“. Daher auch der Name Benediktenkraut.
Nelkenwurz in engerem Sinne betrifft den Nelkengeruch des Rhisom und das darion enthaltene Nelkenöl. Der Name des „Wurzel“-Stockes vom echten Nelkenwurz ist Radix Caryophyllatae. Die Wurzel wird frisch oder getrocknet milder wirkend als die Wurzel des Baldrian, Radix Valerianae, gerne als Tee mit beruhigender Wirkung zubereitet.
> > > > Die hauptsächlich bekannten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Eugenol, Flavonoid, Harz, Gerbstoff, Glykoside und Vitamin C.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) findet Nelkenwurz aufgrund seiner adstringierenden, also zusammenziehenden, Wirkung. Hier wird ein Tee-Aufguss unter Nutzung des Krautes, nicht die Wurzel nehmen, zubereitet. Dieser wird gerne wegen des inhaltlich äthersichen Öles zur Spülung bzw. zum Gurgeln bei Zahnfleischblutungen und Entzündungen des Rachenraumes verwendet. Trinken des Tees hat eine fiebersenkende Wirkung. Ein mit steriler Auflage getränktes Tuch mit Nelkenwurztee ist bei Wunden hilfreich und auch zur Wundspülung geeignet. Ein mit echten Nelkenwurz zubereiteter Tee wirkt dazu schweißtreibend, dennoch nicht so stark wie ein Lindenblüten- oder Holunderblütentee.
Als Wundauflage bewährt hat sich eine Kräutermischung mit gemeiner Schafgarbe, Knoblauchrauke, echtem Nelkenwurz, kriechendem Günsel, kleiner Braunelle, echtem Sellerie, echtem Tausendgüldenkraut, Kohl, Wasserdost, Blätter der Walderdbeeren, Wasserpfeffer, kleinem Wiesenknopf, vor allem die Wegericharten, Vogelknöterich, Hirtentäschelkraut, Huflattich. Im Grunde wird das genommen, was die Natur gerade bietet und ist daher unterschiedlich in der Zusammensetzung.
Bei einer Augenbindehautentzündung wirken die frischen aufgelegten oberen Blätter des echten Nelkenwurz. Dazu eine Spülung mit Frauenmanteltee oder mit Augentrost. Augentrost nicht anwenden bei Kindern unter 16 Jahren da sonst eine Bindehautschädigung entstehen kann.
Bei Kopfschmerzen kann der mit Nelkenwurz zubereitete Tee Linderung verschaffen. Dazu 50 Gramm frische Wurzeln des Nelkenwurzes auf einen Liter siedendes Wasser geben. Dann 5 Minuten kochen lassen. Nachdem abkühlen zügig eine Tasse stündlich trinken. Den Tee nicht länger als vier Stunden stehen lassen und nicht wieder erwärmen!
Bei gestörter Verdauung hilft ein zubereiteter Tee mit 40 Gramm der blühenden Sprossspitzen des echten Nelkenwurzes. Diese in siedendes Wasser geben und etwa 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Dann auf lauwarm abgekühlt trinken.
Nelkenwurztee, mit den oberen Pflanzenteilen zubereitet, wirkt auch bei Durchfällen sowie funktionellen Leber-Gallestörungen. Zur Rekonvaleszenz ist unter anderem ein Nelkenwurztee empfehlenswert.
Im Kräuterverzeichnis http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Nelkenwurz-neu.html findet sich weiteres zum Nelkenwurz.
Die Homöopathie verwendet die getropckneten unterirdischen Teile bei der Diagnose Harnblasenentzündung, Magen-Darmtrakt Erkrankungen und entsprechenden Nierenerkrankungen.
Vor den Anwendungen fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker!
In der Küche kann der schwach nach Nelken riechende getrocknete Wurzelstock vor der Blüte ausgegraben als Ersatz für Gewürznelken verwendet werden. Daher wohl auch die deutsche Bezeichnung für die Pflanze. Die oberen grünen Blätter der Pflanze werden vor der Blütezeit als Salatbeigabe gerne zugegeben.
Pflanzen, Heilkräuter die auch Küchenkräuter sein können, was haben sie mit Zivilisation von heute zu tun? Das möchte ich hier erläutern………..
Es gibt wohl keinen Zeitabschnitt in dem, seit es Menschen gibt diese in seiner An- und Überforderung so stark geprägt ist wie die Überzivilisation des 20. und 21. Jahrhundert. So jedenfalls ist das subjektive Empfinden. Objektiv betrachtet waren die Anforderungen und der Stress in der Steinzeit ebenso geprägt, wenn nicht noch stärker, als heute. Für den Lebensunterhalt war die Jagd dem Manne zugeteilt, für die pflanzliche Nahrung die Frau zuständig. Heute ist die „Unterhaltung“ des Lebens von vielen zusätzlichen Umständen geprägt und eine Verlagerung in Richtung Lebensunterhalt erweitert auf Besitztum. Dies bedeutet einen hohen Grad an geistiger und körperlicher, oft auch örtlicher Beweglichkeit. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, so könnte man die Entwicklung sehen. In der Tat ist, wer heute nicht mit Computer arbeitet, beruflich gesehen absolut, privat bedingt, im wahrsten Sinne des Wortes, hinter der Zeit. Wer heute Auto fährt steigt nicht nur einfach ein, startet, legt den Gang ein und fährt los, nein, es ist als ob man in ein Flugzeug steigt und erst einmal die Liste der Bedienungsschalter durchgeht und sich einprägt. Gegenüberstellung in der Vergangenheit: Wer früher ein Auto fuhr mußte nach spätestens 2.000 Kilometer Ölwechsel durchführen lassen, heute erst nach etwa 25.000 Kilometern erst erforderlich. Meist war der Motor mit 100.000 Kilometer, oder sogar noch eher, am Ende. Ein Automechaniker hatte früher den Vergaser zerlegt, gereinigt, zusammengebaut und der Motor lief wieder. Da wurden Ventile und Ventilsitze eingeschliffen, Zylinder geschliffen, Kolben erneuert und schon war der Motor (fast) wie neu. Aus Arbeitszeitkonsequenten Möglichkeiten währe das heute nicht mehr bezahlbar. Auch der Berufszweig ist heute ein Anderer, so nennen sie sich u.a. Mechatroniker.
In parallelen zur Medizin hat die Zeit, als ein Kräutlein zur Verfügung standen und half, ebenso längst ausgedient. Die Pharmaindustrie hat sich der Krankheiten angenommen und entsprechend angepasste Medikamente sind in Apotheken nach ärztlicher Verordnung, manche frei, erhältlich. Es ist dennoch nicht alles Chemie was industriell gefertigt z.B. als Pillen, Tropfen, Salben, verabreicht wird bei entsprechenden gesundheitlichen Beschwerden. Vielfach hat die Industrie sich die Natur zu Eigen gemacht in der Fertigung. Ob es beispielsweise Herzmittel, Leber-Galle-, Magen-Darm-, Grippe- oder Fieber- Medikamente, sind, überall finden wir inhaltlich Stoffe welche bereits aus der Natur, den Heilpflanzen, bekannt sind.
Sicherlich sollte man die lateinischen Namen aus der Nomenklatur der Pflanzen einmal in entsprechender Literatur nachlesen. Dann jedoch kristallisiert sich aus dem Bereich der Inhaltsstoffe schnell der Zusammenhang Pflanze in Medikamenten. So wird das hässliche Wort der allopathischen Medikamente mehr in das ihr gebührende Licht gestellt.
Haben Kräutlein tatsächlich ausgedient? Um es gerade heraus zu sagen lässt sich die Frage nicht mit einem Nein oder Ja beantworten. Der Trend geht dahin schnell gesund und wieder einsatzfähig zu werden. Da bedient man sich der entsprechenden Möglichkeiten. Diese liegen nun mal weniger in der Anwendung von Kräutern. Doch diese Ansicht ist zumindest dann unrichtig wenn es sich um nicht gerade lebensbedrohende Erkrankungen handelt. Hier kann ein Kräutlein gute Dienste leisten. Vorausgesetzt man kennt a das Kräutlein, b dessen Inhaltsstoffe und letztlich c deren Wirksamkeit bei entsprechender gesundheitlicher Beeinflussung.
Es gibt noch andere Parallelen in Richtung veränderter Lebensqualitäten in den letzten 150 Jahren. So haben sich die Krankheiten verändert. Nennen wir es rheumatische Diathesen, Arteriosklerose, Diabetes, Zellmutationen, verändertes Sexualverhalten, Ernährungsverhalten, dazu das gesamte Sozialverhalten, um nur einiges zu nennen, sind in ständiger Bewegung. Niemand kann sich erheben und sagen über den Dingen zu stehen. Wer das glaubt hat bereits sein eigenes Ich die weiteren Erkenntnisse genommen. Sicherlich ist es für die Entwicklung falsch die Zeit zurückdrehen zu wollen, abgesehen davon das es ohnehin nicht funktioniert. Dennoch gilt es die Zeichen der Zeit zu erkennen und entsprechend zu handeln. Nun sind es auch hier Veränderungen herbeistrebenden welche sich unter dem Deckmantel einer paragesellschaftlichen Vereinigung bewegen. Diese Extreme sind schlicht und einfach abzulehnen. Fauna und Flora zu schützen ist eine hohe Aufgabe des Menschen. Sie zu achten ist gleich zu stellen mit der Achtung des Anderen im miteinander und füreinander. Dabei ist Aufklärung ein Faktor, Wissen unparteiisch zu vermitteln ein anderer. Viele jedoch fallen, gerade in der Paramedizin, einem unglaublichen und wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Behandlungen zum Opfer. Die „alte Heilkunde“ wird gegen vermeintlich moderner, meist nicht nachvollziehbarer Wirkungen, eingetauscht. Ist es das Motto: „Was viel kostet ist nützlich“? Viele machen erst gar keine Versprechungen nach dem Tenor das sie Hilfe bei entsprechenden Krankheiten anbieten, gegen teures Geld versteht sich, doch eine Wirksamkeitsgarantie aussteht. Wie hat doch ein früherer Bankier gesagt: „Guter Rat ist teuer doch nicht jeder teure Rat ist gut“. Erkenntnisse dazu kommen dennoch meist zu spät an vor allem bei gesundheitlich Betroffenen. Sie wissen es ja nicht anders und Versprechungen werden für bare Münze genommen. Nur, sie kosten bare Münze.
In vielen öffentlichen und privaten Bibliotheken verstaubt ein Wissen verstaubt mehr und mehr das Wissen.
Denkt man an die medizinische Bibliothek in Lorsch welche nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist und rechtlich nicht veröffentlicht werden dar, so kommt dies der Vernichtung der Bibliothek in Alexandria gleich. Auch in Pakistan geht Wissen verloren da hier der Arzt sein Naturheilwissen nur seinem ältesten männlichen Nachkommen der auch Arzt werden muss weitergeben darf wie mir ein junger männlicher Patient aus Pakistan, dessen Vater Arzt ist, während einer Behandlung preisgab. So geht das Wissen um die natur, deren Möglichkeiten im Einsatz bei entsprechenden Krankheiten, mehr und mehr verloren. Das Einzige was diesbezüglich bei Vorträgen zu hören war ist: „Schade“. Doch wer tut etwas dagegen? Jedenfalls konnte ich für diese Aufklärungsarbeit niemanden wirklich finden trotz erster Begeisterungsausbrüche.
Die Begeisterung der Wirkung unserer vier Elemente welche uns die Griechen hinterließen, Feuer, Erde, Luft und Wasser, hält sich auch bei Medizinern welche sich der Naturheilkunde verschrieben haben in Grenzen. Ebenso ist es bei der Beachtung der nach Kretschmer aufgestellten vier Temperamente, Choleriker (Element Feuer), Melancholiker (Element Erde), Sanguiniker (Element Luft) und Phlegmatiker (dessen Element Wasser) sowie den 12 Konstitutionstypen. Diese „Naturerscheinungen“ sind in der modernen Medizin verloren gegangen. Hier sollten die Teile der Naturheilkunde wieder in die offizielle Medizin zurückkehren und eingebunden werden und nicht paramedizinischen, oft zweifelhaften Praktiken, überlassen werden. Dennoch können auch Laien für ihre Gesundheit sorgen indem sie sich entsprechend in Ernährung und Bewegung nicht nur informieren sondern auch in der Praxis für sich selbst zum Nutzen umsetzen. Dann sind es die ebenfalls für Laien zugängliche Möglichkeiten aus der Drogerie bzw. Apotheke sich durch Information über medizinische Anwendungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Nicht ohne Grund ist es eine Drogerie und deren beruflich als Drogist ausgebildeter Personenkreis als den Drogen, die nichts anderes als Pflanzen sind, dafür kompetent. Für die medizinischen Behandlungen zuständig ist der Arzt für Naturheilkunde, Heilpraktiker mit entsprechenden Nachweisen und letztlich noch der vom Aussterben bedrohte Berufszweig der Masseure und medizinischen Bademeister. Letztere sind u.a. zusätzlich ausgebildet in den Anwendungen der Hydro- und Balneotherapie. Einfacher gesagt in der Hydrotherapie zur Anwendung kommend Wasser in den verschiedenen Aggregationszuständen wie fest als Eis, als bloßes Wasser oder in Dampfform zu Inhalationszwecken. Weiter das Tau- und Wassertreten, kaltes und heißes Bad. Eis kommt zum Tragen bei vielen Entzündungen, u.a. auch kurz nach Zerrungen und Prellungen..
Die Balneotherapie umfasst Wasser als Güsse, Bäder mit und ohne Zusatzstoffe, das Sitzreibebad, Inhalationen mit Zusatzstoffen bei entsprechender Diagnose. Dazu noch Packungen, Wickel, Lehmwickel, Anwendung von Heilerde innerlich und äußerlich und anderes mehr. Auch Sauna fällt in den Bereich medizinischer Anwendungen.
Letztlich noch die Natur selbst mit ihrer Flora. Hier ist dennoch nicht alles Medizin. Es kommt auf die Potenz an, d.h. der Verdünnung. Sicherlich ist ein Kamillentee, eine mit Ringelblumen und Melkfett gefertigte Creme, eine Tinktur zur äußerlichen Anwendung nicht gerade die Gesundheit schädigend. Doch es kommt, wie erwähnt, auf die Dosis an. Wer einen beruhigenden Tee mit Melisse anfertigt tut gut nur ein Blatt auf einen Liter kochendes Wasser zuzugeben. Hier gilt der Grundsatz dass weniger mehr hilft. Das Prinzip der Homöopathie nach Hahnemann ist es in den Potenzen, einfach gesagt den „Verdünnungen“, die Wirkung auf eine Erkrankung auszuüben welche sie im Urzustand in der Lage ist auszulösen. Die von Laien oft gehörte Meinung, Pflanzen oder Homöopathie kann bedenkenlos angewendet werden ist so nicht haltbar. Pflanzen können das Gegenteil bewirken und Homöopathie nichts nutzen wenn diese unfachmännisch angewendet werden. Ebenfalls ist der Satz: „Es hat meiner Bekannten bei . . . . geholfen, ergo kann ich es bei mir in ähnlichem Zustand ebenfalls anwenden“, ist nicht haltbar. Zur Anwendung gehört nicht alleine die Krankheit sondern die individuelle Betrachtung hinsichtlich der Konstitution und vieles mehr. Hier ist zu raten: Finger weg von vermeintlich bedenkenloser Selbstbehandlung!
Im Zweifel Arzt oder Heilpraktiker fragen. Diese sind einzig Kompetent und nicht ohne Grund die einzigen Berufsgruppen welche gesetzlich geregelt Diagnosen stellen und behandeln dürfen. Heilpraktiker dürfen nach ihrer Überprüfung durch staatliche Stellen der Gesundheitsämter den medizinischen Beruf ohne Bestallung ausüben, wie es im Gesetz heißt. Die Prüfungen sind allerdings noch nie, zu keiner Zeit, leicht gewesen, wie oft in Medien abfällig behauptet wird.
….. schon mal probiert?
Noch ist Spargelzeit und, es muß schon frsicher weißer sein denn der schmeckt am besten. Das Rezept für unser heutiges Menü mit Spargel und grüner Sauce:
Wir benötigen 4 Eier, 2 Pfund (oder ein Kilo) frischen weißen Spargel, 8 Scheiben gekochten (echten) Schinken, 5 Esslöffel Mehl, 500 gr. Paniermehl.
Für die grüne Sauce: 4 Esslöffel Majonaise (slesbt gemacht), 150 gr. Magermilchjoghurt, 3 Esslöffel Creme-Fraiche, 1 Esslöffel Dijo-Senf, einen Bund frische Kräuter (z.B. Knoblauchsraukenblätter und Blüten, 2 Blätter Bärenlauch, Vogelmiere, Gundelrebe Blätter und Blüten, Ehrenpreisblätter und Blüten, Ackerhellerkraut, Gierschblätter) kleingehechselt und davon eine gerstrichene Hand voll nehmen, nun noch 3 Esslöffel Zitronensaft.
Den frischen weißen Spargel in kochendem Wasser mit einer Prise Kräutersalz, etwas Zucker sowie dazu einen gestrichenen Teelöffel Butter, bissfest garen. Dann abkühlen lassen.
Zwei Eier für die Saucenzubereitung hart kochen. Die anderen 2 Eier mit Kräutersalz und, falls vorhanden Wasserpfeffer oder schwarzen Pfeffer nehmene und das Ganze nunmehr verrühren und würzen nach Geschmack.
Je 4 Stangen des weißen frischen Spargel on eine Schinkenscheibe einwickeln. Das nun in Mehl und dem Paniermehl wenden. Jetzt kurz in einer Pfanne Olivenöl erhitzen und darin die umwickelten Schinken-Spargelstangen ausbacken bis sie eine goldbraune Farbe erreicht haben.
Heiß sertvieren und mit der grünen Sauce benetzen.
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Die Ringelblume, ihre Wirkung als Heilpflanze
Sie ist Heilpflanze des Jahres 2009 geworden. Das nicht ohne Grund.

Schon sind sie erblüht, die ersten Ringelblumen. Ob wir für die Zubereitung einer Ringelkblumen-Creme nun gelbe oder weiße Blüten nehmen ist völlig egal. Farblich jedoch siehet eine orangefarbene Creme mit entsprechenden Ringelblumenblüten natürlich optisch besser aus.
Ringelblumen wachsen eigentlich auf nahezu jedem, außer saurem Boden. Sie gehören zu einem Heilkraut das reichlich Vitamin-A Vorstufen hat. Sie zählt zu den hervorstechenden Heilpflanzen Europas. Die eigentliche Heimat ist Mittel- Ost- und Südeuropa. In den alten Heilkräuterbüchern des Mittelalters wird Ringelblume häufig erwähnt. Nicht bekannt ist die erfolgreiche Anwendung bei Frauenleiden.

Inhaltsstoffe der Flores Calendulae sine Calycibus.
Ihre Wirkstoffe sind zunächst der flavonhaltige Farbstoff (Triterpene) welcher entzündungshemmende Eigenschaften besitzt, Carotine und Carotinoid-Farbstoffe als Vorstufen des Vitamin A das u.a. für die Gewebeneubildung verantwortlich ist. Dann die Saponine welche abschwellend wirken, Harz, alkoholartige Substanzen, ätherischem Öl, verschiedene Säuren und Spuren von Salicylsäure. Dazu noch der Inhaltsstoff Cumarin. Weiter die Stoffe Arnidiol und Heliantriol BO, Phytosterol, der Bittertsoff Loliolid, Taraxasterol und y-Taraxasterol.
Verwendung und Anwendung.
Die Homöopathie setzt Calendula officinalis L. zur Wundheilung bei offenen Wunden, Riss- und Schürfwunden, und vor allem zur Infektionsvorbeugung ein wegen der antiseptisch wirkenden Inhaltsstoffe. Besondere Erfolge verzeichnet die homöopathische Anwendung bei schlecht heilenden Wunden, um die Förderung der Gewebsneubildung anzuregen und Heilung der Hautwunden. Eine besondere Steigerung der Immunabwehr ist nachgewiesen.
Die Liste der medizinischen Wirksamkeit ist lang und ist nicht auf die Volksheilkundlichen Nachweise sondern wissenschaftlichen Nachweisen standhaltend.
In alten Anwendungsmöglichkeiten findet man die medizinischen Eigenschaften als antiseptisch, entzündungshemmend, krampflösend, regulierend auf die Menstruation, vor allem Wund heilend.
Ringelblumen wirken als Tee ausleitend auf den Darm ohne Abführmitteln gleich gesetzt zu werden. Von den Blüten lässt sich zur Linderung von Magen- und Darmbeschwerden ein Tee bereiten. Dazu werden eine kleine handvoll Blüten mit einem Viertel Liter siedendes Wasser übergossen. Zehn Minuten ziehen lassen und täglich 2 bis 3 Tassen trinken. warm trinken, jedoch nie aufwärmen. Der Tee kann zu Mundspülungen bei Zahnfleischentzündungen, entzündeter Mundschleimhaut heilend wirken. Die wasserlöslichen Stoffe innerhalb der gesamten Wirkstoffe können sowohl als Tee zum Gurgeln bei Halsschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, vor allem auch bei Zahnfleischentzündungen, eingesetzt werden. Getrunken wirkt sie nicht nur bei funktionellen Störungen der Leber-Galle. Vor allem wird die entkrampfende Eigenschaft bei Gallekoliken benannt. Inwieweit es bei Migräne und Kopfschmerzen wirkt als Aufgußtee ist im Einzelnen zu verordnen.
Übrigens werden Ringelblumenblüten neben der blauen Kornblume gerne den Fertigteesorten beigefügt um eine optische Aufwertung zu erreichen. Im Grunde bestehen die medizinischen Tees aus dem Grundmittel, Remedium cardinale oder Basismittel, evtl. einem Adjuvans das dieess Grundmittel verstärkt oder ergänzt. Dann die Füllmittel oder Konstituens. Dazu ein den Geschmack oder Verträglichkeit verbessernder Faktor, Korrigens. Eine Gebrauchsanweisung muß den medizinischen Tees beigefügt sein. Gut bedient sind Sie hier in der Apotheke oder einer Drogerie die medizinischen Tees, soweit sie nicht apothekenpflichtig sind, verkauft.

Die äußerliche Anwendung ist als kalter Ringelblumen-Tee in Form eines Umschlages bei Prellungen, Zerrungen und bei Wunden heilsam. Ebenso kommt Tee zum Einsatz bei Kopfschmerzen, Einschlafstörungen, Schwindelanfällen und panischer Angst.
Hildegard von Bingen gab die Empfehlung bei Kopfgrind den Saft der Ringelblume und mit Mehl versehen zu behandeln. Ebenso sollte er helfen bei Zunahme von vergifteten Speisen. Der Pfarrer Kneipp setzte sie bei bösartigen Geschwüren als Auflage bzw. Umschläge ein.
Ringelblumencreme wirkt bei einigen Hautproblemen und gegen Wundliegen, bei Unterschenkelgeschwüren, Verrenkungen, äußerlich angewendet. Die Inhaltsstoffe der Ringelblume wie bereits erwähnt, dazu die hämolytischen Calenduloside, Carotinoide, Flavonoide, das ätherische Öl, und die Triterpenalkohole sind fettlösliche Substanzen die in ihrem Pflanzeneigentümlichen Verhältnis passen und von der Zubereitung einer Ringelblumensalbe von der Salbengrundsubstanz aufgenommen werden können.
Rezept für die Herstellung einer Ringelblumencreme: Dazu werden fünfhundert Gramm Melkfett und 100 Milliliter eines unbehandelten Pflanzenöles zugegeben. Das Pflanzenöl bewirkt das die spätere Salbe cremig wird. Dazu vier Hände gehäuft voll Blüten. Das Ganze miteinander in einem Topf aufheizen, aber nicht kochen, bis das Fett flüssig ist. Erkalten lassen und nach 24 Stunden nochmals aufheizen. Nun durch ein Sieb in Salben Behältnisse eingießen. Fertig ist die Ringelblumensalbe.
Anwendung bei:
Bei Brennen, Jucken und Ekzemen am After kann sie als Salbe aufgetragen wirkungsvoll nutzen. Einige Patienten haben sie offenbar erfolgreich bei Warzen eingesetzt. Ringelblumesalbe hat sich besonders bewährt zur Wundheilung. Besonders zur Behandlung von Decubitus wird die Ringelblumensalbe zunehmend zur Heilung des Aufliegegeschwürs verwendet. Hier ist keine Tinkturanwendung erlaubt! Ebenfalls ist die Wirkung der Ringelblumensalbe bei Juckreiz der Haut, bei Brennen und Ekzeme am After, sowie bei Warzen, heilend angezeigt. Bei Hautunreinheiten hat eine Abreibung mit Ringelblumentee gute Erfolge gezeigt in der Praxis. Bei Sonnenbrand ist zur Abheilung Ringelblumensalbe oder Ringelblumentinktur zur Neubildung der Haut geeignet.
Übrigens ist aus Reinheitsgründen eine Zubereitung der Ringelblumensalbe mit Schweineschmalz oder Hirsch- bzw. Rindertalg oder Ziegenbutter, abzulehnen. Diese Fettsäuren können sich außerdem verändern und zur Oxidation führen. Es kann zu schweren Hautreizungen und schlimmstenfalls schädlich für Neurodermitiker werden.
Für Umschläge läßt sich eine alkoholische Zubereitung verwenden. Diese wird angefertigt mit dreiviertel Liter mindestens 38 -prozentigem klarem Alkohol wie z.B. Korn. Dazu eine handvoll Ringelblumenblüten und Blätter sowie grob gereinigte Wurzel, klein geschnitten, zugeben. Das Ganze etwa drei bis vier Wochen stehen lassen bei 20 Grad Zimmertemperatur. Nicht direktem Sonnenlicht aussetzen. Täglich einmal umschütteln. Nach vier Wochen abseihen. Zur Anwendung ein Leinentuch befeuchten und auf Blutergüsse, Prellungen, leichten Krampfadern, auflegen. Da ist die Ringelblume sogar mit den Anwendungsmöglichkeiten der Arnikatinktur gleich zu setzen. Zur Kamille ist sie ebenfalls eine ernsthafte Konkurrenz. Nicht offene Wunden behandeln. Man hat den Ringelblumenextrakten nicht nur eine Pilz- und Virenhemmende Eigenschaft zugeschrieben sondern auch das die Wirkstoffe antitumoral eingesetzt werden können.
Anwendung im heimischen Bereich der Küche.
In der Küche findet die Ringelblume, deren essbare Blätter und Zungenblüten, als frische Zugabe eine Verfeinerung zu Salaten und Suppen. Die Ringelblume wurde auch als der Safran armer Leute bezeichnet. Ferner ist die Blüte als Färbemittel dienend von Butter, Käse und einigen Lebensmitteln.
Nicht zu vergessen die Mystik um die Ringelblume. So soll das Pflücken eine Gewitter hervorbringen. Andererseits soll das Abrupfen der Blütenblättchen die Frage klären nachdem: Er liebt mich, Er liebt mich nicht, Er liebt mich, Er liebt mich nicht, usw., wobei das letzte Blütenblättchen die endgültige Entscheidung belegt. Eine Zusammensetzung von getrockneten Blüten, gemahlen und vermischt mit Honig und Essig, soll von der großen Liebe träumen lassen.
Bereits im Oktober 2008 wurde sie gekürt, die Heilpflanze des Jahres 2009, die Ringelblume.

Der NHV Theophrastus, Verein zur Förderung traditioneller Naturheilkunde, hat sie gewählt: Die Heilpflanze des Jahres 2009 ist einstimmig die Ringelblume geworden.
Die vermutliche Herkunft ist der Ackerringelblume, Calendula arvensis L. (Linné). Ihre Heimat, so wird angenommen, ist der Mittelmeerraum und vordere Orient und Nordafrika. Dennoch ist sie weltweit als Heilpflanze verbreitet. Sie gilt in medizinischen Kreisen als „Wunden-Killer“.
Soeben wurde sie gekürt zur Heilpflanze des Jahres 2009, die Ringelblume. Das wurde am 5. Juni 2008 vom Naturheilkundeverein NHV Theophrastus in Nebelschütz, gegründet 1999 mit Sitz in München, in der sorbischen Lausitz bekannt gemacht. Der Verein widmet sich in seiner Arbeit der Grundlage des medizinischen und naturheilkundlichen Erbes von Theophrastus Bombastus von Hohenheim, ( nicht wie einb Sender berichtete Thophrastus Bomba….), bekannter unter dem Namen des Naturheikundlichen Arztes Paracelsus.


Wie würden Hildegrad von Bingen und Maria Treben sich über diese doch späte Ehre freuen das ein Tausendsassapflanze endlich der Rang zukommt welcher ihr gebührt. Noch heute ist sie nicht nur in den Bauerngärten eine Augenweide mit ihren zarten gelben und rötlichen Blüten. Ringelblumen sie sind seit alters her Heilpflanzen. Sie wird bis fünfzig Zentimeter hoch, behaart und fast unangenehm riechend. Mit ihren kranzartigen, zum Teil vollblumigen orange- oder gelb blühenden Kranz zu sehen. Ringelblumen, wissenschaftlicher Name Calendula officinalis, sind vornehmlich im Garten zu Hause. Ihre Blüten werden gesammelt von Juni bis September.
Ringelblume, wissenschaftlicher Name Calendula officinalis L. (Linné) gehört zur Familie der der Korbblütler. Das bedeutet auch wenn eine Allergie gegen Korbblütler vorliegt, Finger weg. Sie wird im Volksmund als Gartenringelblume, Gartendotterblume, gebräuchliche Ringelblume, Mariegold, Goldblume, fälschlicherweise manchmal als Studentenblume, bezeichnet. Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Ringelblumen wachsen eigentlich auf nahezu jedem, außer saurem Boden. Ringelblumen gehören zu einem Heilkraut das reichlich Vitamin-A Vorstufen hat. Sie zählt zu den hervorstechenden Heilpflanzen Europas. Die eigentliche Heimat ist Mittel- Ost- und Südeuropa. In den alten Heilkräuterbüchern des Mittelalters wird Ringelblume häufig erwähnt. Nicht bekannt ist die erfolgreiche Anwendung bei Frauenleiden.

Flores Calendulae sine Calycibus.
Ihre Wirkstoffe sind zunächst der flavonhaltige Farbstoff (Triterpene) welcher entzündungshemmende Eigenschaften besitzt, Carotine und Carotinoid-Farbstoffe als Vorstufen des Vitamin A das u.a. für die Gewebeneubildung verantwortlich ist. Dann die Saponine welche abschwellend wirken, Harz, alkoholartige Substanzen, ätherischem Öl, verschiedene Säuren und Spuren von Salicylsäure. Dazu noch der Inhaltsstoff Cumarin. Weiter die Stoffe Arnidiol und Heliantriol BO, Phytosterol, der Bittertsoff Loliolid, Taraxasterol und y-Taraxasterol.
Nur die vollblütigen Ringelblumen sind ergiebig für die Tee- und Cremezubereitung. In alten Anwendungsmöglichkeiten findet man die medizinischen Eigenschaften als antiseptisch, entzündungshemmend, krampflösend, regulierend auf die Menstruation, vor allem Wund heilend. Ringelblumen wirken als Tee ausleitend auf den Darm ohne Abführmitteln gleich gesetzt zu werden. Von den Blüten lässt sich zur Linderung von Magen- und Darmbeschwerden ein Tee bereiten. Dazu werden eine kleine handvoll Blüten mit einem Viertel Liter siedendes Wasser übergossen. Zehn Minuten ziehen lassen und täglich 2 bis 3 Tassen trinken. warm trinken, jedoch nie aufwärmen. Der Tee kann zu Mundspülungen bei Zahnfleischentzündungen, entzündeter Mundschleimhaut heilend wirken. Übrigens werden Ringelblumenblüten neben der blauen Kornblume gerne den Fertigteesorten beigefügt um eine optische Aufwertung zu erreichen. Im Grunde bestehen die medizinischen Tees aus dem Grundmittel, Remedium cardinale oder Basismittel, evtl. einem Adjuvans das dieess Grundmittel verstärkt oder ergänzt. Dann die Füllmittel oder Konstituens. Dazu ein den Geschmack oder Verträglichkeit verbessernder Faktor, Korrigens.
Eine Gebrauchsanweisung muß den medizinischen Tees beigefügt sein. Gut bedient sind Sie hier in der Apotheke oder einer Drogerie die medizinischen Tees, soweit sie nicht apothekenpflichtig sind, verkauft.

Die äußerliche Anwendung ist als kalter Ringelblumen-Tee in Form eines Umschlages bei Prellungen, Zerrungen und bei Wunden heilsam. Ebenso kommt Tee zum Einsatz bei Kopfschmerzen, Einschlafstörungen, Schwindelanfällen und panischer Angst. Die wasserlöslichen Stoffe innerhalb der gesamten Wirkstoffe können sowohl als Tee zum Gurgeln bei Halsschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, vor allem auch bei Zahnfleischentzündungen, eingesetzt werden. Getrunken wirkt sie nicht nur bei funktionellen Störungen der Leber-Galle. Vor allem wird die entkrampfende Eigenschaft bei Gallekoliken benannt. Inwieweit es bei Migräne und Kopfschmerzen wirkt als Aufgußtee ist im Einzelnen zu verordnen. Hildegard von Bingen gab die Empfehlung bei Kopfgrind den Saft der Ringelblume und mit Mehl versehen zu behandeln. Ebenso sollte er helfen bei Zunahme von vergifteten Speisen. Der Pfarrer Kneipp setzte sie bei bösartigen Geschwüren als Auflage bzw. Umschläge ein.
Ringelblumencreme wirkt bei einigen Hautproblemen und gegen Wundliegen, bei Unterschenkelgeschwüren, Verrenkungen, äußerlich angewendet. Die Inhaltsstoffe der Ringelblume wie bereits erwähnt, dazu die hämolytischen Calenduloside, Carotinoide, Flavonoide, das ätherische Öl, und die Triterpenalkohole sind fettlösliche Substanzen die in ihrem Pflanzeneigentümlichen Verhältnis passen und von der Zubereitung einer Ringelblumensalbe von der Salbengrundsubstanz aufgenommen werden können. Für die Herstellung einer Ringelblumencreme folgende Anleitung: Dazu werden fünfhundert Gramm Melkfett und 100 Milliliter eines unbehandelten Pflanzenöles zugegeben. Das Pflanzenöl bewirkt das die spätere Salbe cremig wird. Dazu vier Hände gehäuft voll Blüten. Das Ganze miteinander in einem Topf aufheizen, aber nicht kochen, bis das Fett flüssig ist. Erkalten lassen und nach 24 Stunden nochmals aufheizen. Nun durch ein Sieb in Salben Behältnisse eingießen. Fertig ist die Ringelblumensalbe. Bei Brennen, Jucken und Ekzemen am After kann sie als Salbe aufgetragen wirkungsvoll nutzen. Einige Patienten haben sie offenbar erfolgreich bei Warzen eingesetzt. Ringelblumesalbe hat sich besonders bewährt zur Wundheilung. Besonders zur Behandlung von Decubitus wird die Ringelblumensalbe zunehmend zur Heilung des Aufliegegeschwürs verwendet. Hier ist keine Tinkturanwendung erlaubt! Ebenfalls ist die Wirkung der Ringelblumensalbe bei Juckreiz der Haut, bei Brennen und Ekzeme am After, sowie bei Warzen, heilend angezeigt. Bei Hautunreinheiten hat eine Abreibung mit Ringelblumentee gute Erfolge gezeigt in der Praxis. Bei Sonnenbrand ist zur Abheilung Ringelblumensalbe oder Ringelblumentinktur zur Neubildung der Haut geeignet.
Übrigens ist aus Reinheitsgründen eine Zubereitung der Ringelblumensalbe mit Schweineschmalz oder Hirsch- bzw. Rindertalg oder Ziegenbutter, abzulehnen. Diese Fettsäuren können sich außerdem verändern und zur Oxidation führen. Es kann zu schweren Hautreizungen und schlimmstenfalls schädlich für Neurodermitiker werden.

Für Umschläge läßt sich eine alkoholische Zubereitung verwenden. Diese wird angefertigt mit dreiviertel Liter mindestens 38 -prozentigem klarem Alkohol wie z.B. Korn. Dazu eine handvoll Ringelblumenblüten und Blätter sowie grob gereinigte Wurzel, klein geschnitten, zugeben. Das Ganze etwa drei bis vier Wochen stehen lassen bei 20 Grad Zimmertemperatur. Nicht direktem Sonnenlicht aussetzen. Täglich einmal umschütteln. Nach vier Wochen abseihen. Zur Anwendung ein Leinentuch befeuchten und auf Blutergüsse, Prellungen, leichten Krampfadern, auflegen. Da ist die Ringelblume sogar mit den Anwendungsmöglichkeiten der Arnikatinktur gleich zu setzen. Zur Kamille ist sie ebenfalls eine ernsthafte Konkurrenz. Nicht offene Wunden behandeln. Man hat den Ringelblumenextrakten nicht nur eine Pilz- und Virenhemmende Eigenschaft zugeschrieben sondern auch das die Wirkstoffe antitumoral eingesetzt werden können.
In der Küche findet die Ringelblume, deren essbare Blätter und Zungenblüten, als frische Zugabe eine Verfeinerung zu Salaten und Suppen. Die Ringelblume wurde auch als der Safran armer Leute bezeichnet. Ferner ist die Blüte als Färbemittel dienend von Butter, Käse und einigen Lebensmitteln. Nicht zu vergessen die Mystik um die Ringelblume. So soll das Pflücken eine Gewitter hervorbringen. Andererseits soll das Abrupfen der Blütenblättchen die Frage klären nachdem: Er liebt mich, Er liebt mich nicht, Er liebt mich, Er liebt mich nicht, usw., wobei das letzte Blütenblättchen die endgültige Entscheidung belegt. Eine Zusammensetzung von getrockneten Blüten, gemahlen und vermischt mit Honig und Essig, soll von der großen Liebe träumen lassen.
Die Homöopathie setzt Calendula officinalis L. zur Wundheilung bei offenen Wunden, Riss- und Schürfwunden, und vor allem zur Infektionsvorbeugung ein wegen der antiseptisch wirkenden Inhaltsstoffe. Besondere Erfolge verzeichnet die homöopathische Anwendung bei schlecht heilenden Wunden, um die Förderung der Gewebsneubildung anzuregen und Heilung der Hautwunden. Eine besondere Steigerung der Immunabwehr ist nachgewiesen.
Die Liste der medizinischen Wirksamkeit ist lang und ist nicht auf die Volksheilkundlichen Nachweise sondern wissenschaftlichen Nachweisen standhaltend.
Holunder, oder wissenschaftliche Bezeichnung Sambucus nigra, gehört zu den Caprifoliacea, den Geißblattgewächsen und in die Reihe der Wildobstsorten. Vielerlei Namen sind im Volksmund bekannt wie z.B. Eller, Holler, Dolder, falscher Flieder, Musflieder, Alhorn und Kelkenbusch. In England nennt man ihn Elder, Frankreich bezeichnet ihn als Sureau und Spanien kurz und bündig Sabuco. In Wäldern und Gebüschen, Rideralplätzen, Laub- und Auwäldern vor allem, sowie in europäischen Gärten hat er sein Einzugesgebiet. In günstigen Lagen wird er bis zu acht Meter hoch. Er ist Anzeiger eines „gut gedüngten“ Erdreichs. Das natürliche Verbreitungsgebiet ist gegeben durch Vögel welche die Beeren verbreiten. Die jungen Zweige sind graugrün während die Rinde des Baumes ist hellgrau bis braun ist. Typisch ist das innere weiche Mark. Die Blätter zeigen sich unpaar gefiedert.
HolunderCharakteristisch ist der Duft der Blüten Ende März bis Ende April. Dieser strömt aus den weißen Scheinrispen mit seinen fünfzähligen Zwitterblüten. Ab Mitte August reifen die Trugdolden an den rotvioletten Fruchtstielen und es zeigen sich kleine kugelige schwarze, beerenartige Steinfrüchte mit meist drei bräunlichen Steinkernen.
Die Germanen krönten ihn als den Heiligen Baum als Sitz. Er war der schützenden Göttin Holder, oder Frau Holle, gewidmet. In steinzeitlichen Siedlungen sowie den Pfahlbauten in Uhldingen am Bodensee wurden Behältnisse mit Holundersamen gefunden. Ebenso war Holunder den Römern bekannt wie Funde in Xanten am Niederrhein nachgewiesen haben. Übrigens, wer einen Holunderbaum abschlug musste mit Unglück und sogar Tod rechnen. Denn, er war dem Glauben nach Schutz für die Gottesmutter Maria während der Flucht nach Ägypten.
Heute ist der Holunder nicht nur bei der bäuerlichen Bevölkerung wieder hoch angesehen. Selbst in kleinen Gärten ist er zu finden, dient er doch auch als geeigneter Nistplatz und Schutz für Vögel.
Gesammelt werden die Triebspitzen und jungen Blätter im April Mai und Juni. Die Blüten ab Mai/Juni und nur die grüne Schicht der Rinde zwischen Holz und Außenrinde im Februar, März April. Wurzelrinden auch im September, Oktober, November. Die Blüten sollten bei trockenem Wetter morgens gegen 11 Uhr geerntet werden weil dann die Morgenfeuchtigkeit abgedampft ist jedoch die Blüten noch ausreichend saftig sind.
Inhaltsstoffe des Holunders.
Er gehört botanisch zu den Wildobstarten, das zwei bis sieben Meter hoch wächst.
Die Blüten enthalten hauptsächlich die Inhaltsstoffe von über 1 Prozent Flavonoide, Gerbstoffe, bis 0,2 Prozent ätherisches Öl, Kaffeesäureester, organische Säuren, Chlorogensäure, Triterpene, Sambunigrin als cynogenes Glykosid, Phytosterine und Schleim.
Besonders erwähnenswert sind die Inhaltsstoffe der Beeren. Zunächst 80,9 g Wasser auf 100 g essbaren Anteil. Dann noch 2,53 g Eiweiß, 7,4 g Kohlenhydrate, 8,5 Prozent Ballaststoffe. Noch zu nennen vor allem das Vitamin C mit ca. 18,5 mg, gefolgt von Nicotinamid mit 1,48 mg dem Carotin mit 0,36 mg, Vitamin B 2 mit 0,078 und B 1 mit 0,065 mg, 0,69 g Mineralstoffe. Weiter sind es Flavonglykoside, Quercetin, Gerbstoffe, Schleim und organische Säuren, Rutin, Sambunigrin sowie Saponinstoffe. Weiterhin sind in den Beeren Apfel- und Weinsäure, sowie Eisen-, Kalium-, und Natronanteile. Dazu ein hoher Anteil an ätherischen Ölen in den Blüten.
HolunderbeerenMedizinische Wirkung.
Nicht nur von den Blüten, auch den getrockneten Beeren kann ein Tee bei Erkältungserkrankungen zubereitet werden. Während überwiegend die Blüten eine schweißtreibende Wirkung haben ist es bei den Blättern, Rinde und Wurzelrinde mehr die harntreibende und leicht abführende Wirkung. Die Beeren wirken auf die Erhöhung der Widerstandskräfte und sind schwach die Verdauung anregend. Durch den Gehalt an Vitamin B ist auch eine Wirkung bei Migräne, Tic´s, bei Ischias und Hexenschuß sowie Trigeminusneuralgie nachgewiesen.
Dem Holunder wird eine schweißtreibende Eigenschaft nachgewiesen. Hierbei ist nicht genau geklärt ob diese Eigenschaft von den Flavonoiden oder ätherischen Ölen herrührt. Dann ist eine schwache harntreibende Wirkung gegeben. Vor allem bei kreislaufstabilen Patienten empfiehlt sich eine Schwitzkur bei Erkältungen mit Holundertee. In der Anwendung zu Heilzwecken sind Holunderblüten als Tee zubereitet der Schweißtreibung dienend. Zwei Teelöffel frischer Blüten auf eine Tasse überbrüht zubereitet und zwei bis fünf Minuten ziehen lassen ungezuckert so warm wie möglich trinken. Nicht aufwärmen!
Wirkung bei Erkrankungen wie Grippaler Infekte, Husten, Lungenentzündung, Rheuma und bei Schnupfen angezeigt. Eigentlich bei allen Erkrankungen welche sich durch Schwitzen beeindrucken lassen.
Holunderblüten und Lindenblüten zu Tee verarbeitet wirken bei fiebrigen Erkältungen, Grippe und anderen Infektionen wegen der schweißtreibenden Wirkung ausleitend.
Äußerlich findet ein Umschlag als Zugabe der Holunderblüten in Kräuterkissen bei Schwellungen und Entzündungen Verwendung.
Die Blätter wurden in der Volksmedizin zusammen mit Leinöl zugegeben, etwa drei Wochen stehen gelassen und bildete dann das „Grüne Holunderöl“ zum Zwecke der Einreibung bei verschiedenen Entzündungen.
In der Homöopathie sind die Beziehungen zu den Atemwegen und deren Erkrankungen. Auch für Kinder mit erhöhter Infektanfälligkeit indiziert. Nicht geeignet in der Potenzierung D 1 für Säuglinge.
Aus den Beeren werden heute noch in Österreich und den Schweizer Gebirgsregionen aus den Beeren eine Holundersuppe bereitet welche zusammen mit Äpfeln und Grießklößchen zubereitet werden. Diese findet dann vor allem bei Kindern und älteren Menschen in der Erkältungsphase Anwendung. Ebenso gilt es für den Hollersaft, der eingedickt, aufbereitet wird mit einem Esslöffel Holundersaft auf eine Tass die mit heißem Wasser aufgefüllt und noch so warm wie möglich getrunken wird.
Holunderbeeren am StrauchAnwendung im heimischen Bereich, Küchenrezepte.
Holunderblütenhonig selbst gemacht. Nein, mit echtem Honig ist er nicht zu verwechseln, der selbst gemachte Brotaufstrich mit Holunder. Hauptsache ist, er schmeckt und ist bekömmlich. Was braucht man dazu? Zunächst einmal eine Menge Holunderblüten, ca. 4 Hände voll. Diese werden am Morgen gegen 11 Uhr gepflückt. Dazu kann man einige Blüten des Yasmin geben. Es sollten die 4-Blättrigen echten Yasminblüten sein. Dazu noch 4 bis 5 Blättchen Zitronenmelisse. Wer will kann 4 bis 5 frische Erdbeerblättchen beifügen.
Nun wird ein großer Topf gefüllt mit 2 1/2 Liter Wasser, die Pflanzenteile zugeben Auf den Elektroherd gesetzt und etwa 5 Minuten aufgekocht. Nun erkalten und etwa 4 Stunden ziehen lassen. Danach wird der Sud durch ein Leintuch abgegossen. Es werden 2 Kilogramm Zucker in den Sud gefügt. Das Ganze nun bei schwacher Temperatur köcheln lassen. Nach ca. 2 bis 3 Stunden verdickt sich der Sud. Die Viskositätsprobe ergibt ob es zu einem “Holunderhonig” aufbereitet ist. Die Probe: mit einem hölzernen (keinen Metallenen) Kochlöffel schöpfen und herabtropfen lassen. Zeigt sich eine gleichmäßige noch gerade zäh fließende Flüssigkeit ist es Zeit den Topf vom Herd zu nehmen, füllt es in bereit gestellte Glasgefäße, z.B. Marmeladengläser, ein und läßt es erkalten. Nach dem Erkalten heißt es eine Probe nehmen. Dazu eine getoastete Brotscheibe bestreichen.
Die Beeren im Spätsommer sollten nicht roh gegessen werden da sie die Verdauung störend beeinflussen und starken Brechreiz erzeugen können.
Als Mus zubereitet wirken die Früchte des Holunders bei Darmentzündungen. Ebenso wirken sie auf bisher allerdings ungeklärte Weise bei Neuralgien, Ischiasbeschwerden, Trigeminusneuralgien, Migräne, und bei Tic´s. Ein Schnapsglas Holunderwein vor dem Essen getrunken fördert den Appetit, wirkt auf den Kreislauf kräftigend und regelt den Stuhlgang.
Die reifen Beeren lassen sich zu Gelee, Mus und Saft verarbeiten. Besonders schmackhaft ist vergoren der Holunderbeerenwein. Während man im Frühjahr von den Holunderblüten Tee zubereiten kann der ins Schwitzen bringt. Blüten werden in Pfannkuchenteig verarbeitet, welche übrigens hervorragend schmecken. Oder, man macht einen Holunderblütenwein.
Holunder-Apfel Likör.
Im Spätsommer sind es die Früchte, Holunderbeeren, die man zu Saft einkochen kann, Marmelade herstellt oder einen schmackhaften Holunder-Apfel Likör zubereitet. Es ist an der Zeit wenn die Holunderbeeren fast von den Dolden fallen zu Ernten. Die Beerenstrünke werden eng abgeschnitten. Die gerade frisch geernteten Beeren mit gleicher Menge ungeschälter und zerkleinerter Apfelschnitze zunächst kochen bis die Apfelschnitze weich sind. Dann alles in ein sauberes Leintuch wickeln und auspressen. Jetzt werden einem Liter Holunderbeeren-Apfelsaft ein Kilo brauner Zucker (z.B. brauner Kandiszucker oder Karamellzucker und noch ein Viertel-Tütchen Vanillezucker dazu) gegeben und etwa eine halbe Tasse Wasser. Zur Abschmeckung noch zwei bis drei Tropfen Bittermandel beifügen. Nun den Saft kurz aufkochen und etwa fünf Minuten ziehen lassen unter Beigabe von 0,7 Liter 40 -prozentigem Rum, umrühren und in eine entsprechend beschriftete Flasche einfüllen.
Kühl, aber nicht zu kalt trinken. Schmeckt auch gut zum Eis.
Achtung: Holunder-Likör wirkt ebenso wie Holundersaft und Holundertee, manchen Menschen schweißtreibend.
Verwendung findet nicht nur Blüten und Früchte des Holunders sondern auch die getrocknete Rinde der noch nicht über 3 Jährigen Stammrinde sowie der Wurzelrinde. Diese wirken auch als Tee zubereitet schweiß- und harntreibend sowie anregend auf den Stoffwechsel.
Die ausschließlich schwarzen Beeren sollten zur Anwendung und Zubereitung frisch gesammelt und gekocht werden.
Ein Holundermus besteht i.d.R. aus einem halben Liter entstielter ausgepresster Beeren. Dazu zehn vom Kern entfernte Pflaumen, es können auch Trockenpflaumen ohne Kerne verwendet werden. Dazu 70 Gramm braunen, gemahlenen Zucker, eine kleine Zimtstange dazu. Jetzt mit einer halben Tasse Wasser auffüllen und langsam zu Mus kochen. Danach etwas Zitronensaft zugeben und gleich servieren mit Semmel- oder Weißbrotbrösel. Das Mus wirkt als mildes Abführmittel. Nicht für Säuglingen und Kleinkinder geeignet!
Schmackhaft ist ein selbst bereiteter Apfel-Holundergelee, den ich ebenfalls gerade heute hergestellt habe. Dazu erforderlich sind drei bis vier ungeschälte Äpfel die zerkleinert werden. Weiter die gleiche Menge ungestielter Holunderbeeren welche durch ein Leintuch ausgedrückt werden. Richtig auswringen ergibt wesentlich mehr Saft. Dann insgesamt eine Tasse Wasser zugeben und zum Kochen bringen. Nach etwa 5 Minuten alles durch ein feines Sieb drücken. Nun wird auf einen Liter Saft ein Kilogramm Gelierzucker und ein halbes Tütchen Vanillezucker beigefügt. Dazu der Saft von ein bis zwei Zitronen oder fünf bis zehn Gramm Zitronensäure, ist aber bei Verwendung von Gelierzucker nicht unbedingt notwendig. Das Ganze nun offen köcheln lassen und ab und zu eine Probe nehmen. Erstarrt die Probe ist der Gelee gelungen. Dann heiß in vorbereitete Gläser füllen, kurz abkühlen lassen und auf die dennoch heißen Gläser die Deckel aufschrauben und abkühlen lassen. Nicht gleich in den Kühlschrank stellen!
Ein alter Tipp noch von Obstbauern: Werden die Blüten im Frühjahr schichtweise zwischen gelagerten Äpfeln gelegt halten diese sich länger frisch.
Bei der zur Zeit heißen Witterung ist ein Milchshake mit Holundersaft angenehm. Dazu nimmt man zwei Schnapsgläser voll gekühltem Holunderbeerensaft auf einen Liter gut gekühlter Milch, gibt einen Teelöffel Zucker dazu und schüttelt es gut durch. Noch kalt trinken erfrischt das Getränk.
Die Homöopathie wendet den schwarzen Holunder, Sambucus nigra, in entsprechender Potenzierung an bei Erkältungskrankheiten, Wassersucht, Husten, Rachen- und Nebenhöhlenentzündungen. Ausnahmsweise bei Säuglingen wenn diese eine verstopfte Nase haben. Andere Anwendungen sind bei Säuglingen kontraindiziert. Vor der Anwendung unbedingt mit dem Arzt oder Heilpraktiker Kontakt aufnehmen.
Holunder nicht mit Attich oder ähnlich aussehenden Blüten im Spätfrühjahr, bzw. den Früchten im Spätsommer, verwechseln. Wer die Pflanzen nicht kennt sollte ein geeignetes Bestimmungsbuch bzw. an einer geführten Kräuterwanderung teilnehmen.
Nelkenwurz, echter er ist im Moment überall blühend. Naja, überall ist er gerade nicht der echte Nelkenwurz. Eigentlich ist seine Blütezeit ab Juni. Doch in diesem Jahr, Mitte Mai 2012, ist er früher dran. Bereits jetzt sieht man ihn mit seinen kleinen gelben Blüten etwa 30 bis 40 Zentimeter hoch wachsend. Doch gerade jetzt bis in den September sieht man die 20 bis 80 Zentimeter schlank aufragende Pflanze.
Nelkenwurz zeigt kleine, fünfblättrige, gelbe Blüten.
Zwischen den Blüten hoch aufragend, fast dominierend sich zeigend, gesellt sich wie ein kleiner Wuschelkopf aussehend die Samenknospe mit zahlreichen Früchtchen. Echter Nelkenwurz ist unter anderen Namen bekannt wie z.B. Benediktenkraut, Hasenwurz, Märzwurz und vor allem als Mannskraftwurzel. Letzteres soll wohl als für Männer geeignetes Aphrodisiakum zur Anwendung kommen und die Standhaftigkeit wiedergeben.
Die Bezeichnung Geum urbanum, der zu den Rosengewächsen (Rosacea) gehörenden Art geht auf den schwedischen Pflanzenforscher und passionierten phytotherapeutischen Arzt Linné zurück. Geum, abgeleitet aus dem Griechischen geuein, was soviel bedeutet wie würzen. Der weitere Name urbanum, bezeichnet den lateinischen Artnamen der erstmals 1561 bei Konrad Gesner Verwendung findet. Er bezeichnete es so weil die Pflanze auch in den Städten wächst. Vor allem mag sie stickstoffreichen Boden. Hildegard von Bingen bezeichnete die Pflanze als „die gesegnete“. Daher auch der Name Benediktenkraut.
Der Name des „Wurzel“-Stockes vom echten Nelkenwurz ist Radix Caryophyllatae. Die Wurzel wird frisch oder getrocknet milder wirkend als die Wurzel des Baldrian, Radix Valerianae, gerne als Tee mit beruhigender Wirkung zubereitet.
In der Küche kann der schwach nach Nelken riechende getrocknete Wurzelstock vor der Blüte ausgegraben als Ersatz für Gewürznelken verwendet werden. Daher wohl auch die deutsche Bezeichnung für die Pflanze. Die oberen grünen Blätter der Pflanze werden vor der Blütezeit als Salatbeigabe gerne zugegeben.
Die hauptsächlich wirksamen Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe, Harz, Gerbstoff, Glykoside und Vitamin C.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) findet Nelkenwurz aufgrund seiner adstringierenden, also zusammenziehenden, Wirkung. Hier wird ein Tee-Aufguss unter Nutzung des Krautes, nicht die Wurzel nehmen, zubereitet. Dieser wird gerne zur Spülung bzw. zum Gurgeln bei Zahnfleischblutungen und Entzündungen des Rachenraumes verwendet. Trinken des Tees hat eine fiebersenkende Wirkung. Ein mit steriler Auflage getränktes Tuch mit Nelkenwurztee ist bei Wunden hilfreich und auch zur Wundspülung geeignet. Ein mit echten Nelkenwurz zubereiteter Tee wirkt dazu schweißtreibend, dennoch nicht so stark wie ein Lindenblüten- oder Holunderblütentee.
Als Wundauflage bewährt hat sich eine Kräutermischung mit gemeiner Schafgarbe, Knoblauchrauke, echtem Nelkenwurz, kriechendem Günsel, kleiner Braunelle, echtem Sellerie, echtem Tausendgüldenkraut, Kohl, Wasserdost, Blätter der Walderdbeeren, Wasserpfeffer, kleinem Wiesenknopf, vor allem die Wegericharten, Vogelknöterich, Hirtentäschelkraut, Huflattich. Im Grunde wird das genommen, was die Natur gerade bietet und ist daher unterschiedlich in der Zusammensetzung.
Bei einer Augenbindehautentzündung wirken die frischen aufgelegten oberen Blätter des echten Nelkenwurz. Dazu eine Spülung mit Frauenmanteltee oder mit Augentrost. Augentrost nicht anwenden bei Kindern unter 16 Jahren da sonst eine Bindehautschädigung entstehen kann.
Für einen Aufguß mit Frauenmantelkraut benötigt man 150 Gramm der ganzen getrockneten Pflanze des Frauenmantels. Man gießt nun einen Liter kochendes Wasser auf und lässt es 10 Minuten ziehen. Nach dem Abkühlen auf etwa 25 bis 30 Grad die Augen spülen. Ein geeignetes Augenspülgerät gibt es in der Apotheke. Sie wissen: Augen und Ohrentropfen immer nur handwarm eingeben!
Bei Kopfschmerzen kann der mit Nelkenwurz zubereitete Tee Linderung verschaffen. Dazu 50 Gramm frische Wurzeln des Nelkenwurzes auf einen Liter siedendes Wasser geben. Dann 5 Minuten kochen lassen. Nachdem abkühlen zügig eine Tasse stündlich trinken. Den Tee nicht länger als vier Stunden stehen lassen und nicht wieder erwärmen!
Bei gestörter Verdauung hilft ein zubereiteter Tee mit 40 Gramm der blühenden Sprossspitzen des echten Nelkenwurzes. Diese in siedendes Wasser geben und etwa 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Dann auf lauwarm abgekühlt trinken.
Nelkenwurztee, mit den oberen Pflanzenteilen zubereitet, wirkt auch bei Durchfällen sowie funktionellen Leber-Gallestörungen. Zur Rekonvaleszenz ist unter anderem ein Nelkenwurztee empfehlenswert.
Vor den Anwendungen fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker!


















